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Energie Uster ohne Glasfasernetz

Die Ustermer Energiefirma stoppt ihr Projekt für ein eigenes Glasfasernetz. Der Markt sei ihr zu riskant.

Von Eduard Gautschi Uster – Die Energie Uster betreibt in Uster umfangreiche Strom-, Gas- und Wassernetze. Die Idee, als viertes Standbein ein leitungsgebundenes Kommunikationsnetz aufzubauen, war deshalb alles andere als abwegig. Schliesslich waren die Infrastrukturen des Stromnetzes bereits vorhanden, und es bestand die Aussicht, diese auch für Kommunikationszwecke zu nutzen. Deshalb hat Energie Uster 1999 begonnen, den Bau eines eigenen Glasfasernetzes zu prüfen. So wollte die Energie-Uster-Spitze der Ustermer Kundschaft eine zukunftsträchtige Infrastruktur für die Telekommunikation bieten. Daraus wird nichts. Die Verantwortlichen haben beschlossen, auf den Bau eines eigenen Netzes zu verzichten. Laut Allen Fuchs, Vizeverwaltungsratspräsident der Energie Uster, sei auch längerfristig nicht damit zu rechnen, dass sich das Netz rentabel betreiben lasse.Zu dieser Erkenntnis gelangte man, nachdem alle sich bietenden Möglichkeiten geprüft worden waren. Kooperationen mit anderen Anbietern beim Bau des Netzes nahmen die Verantwortlichen unter die Lupe, zusammen mit der Swisscom wurde auch der gemeinsame Netzbau analysiert. Im Laufe der Prüfungen stellten die Planer fest, dass sich der Telekommunikationsmarkt bereits während der Planungsphase laufend verändert.Eine einschneidende Entwicklung stellt die Ablösung des Ein- durch das Vierfasermodell dar. Dadurch entstand laut Fuchs nun auch ein Wettbewerb zwischen den Betreibern der Netze. Bis anhin hatte sich der Wettbewerb in diesem Markt fast ausschliesslich unter den Nutzern der Netze abgespielt. Durch das Vierfasermodell bestehe die Gefahr, dass einzelne Fasern nicht genutzt würden, da der Kunde nur bei einem Anbieter Serviceleistungen bestelle, so das Fazit des Energieunternehmens. Den Verantwortlichen bei Energie Uster wurde schnell klar: Entweder müsse das Unternehmen als Neueinsteiger in den Telekommunikationsmarkt Neukunden gewinnen oder mit einem bestehenden Partner mit eigenen Kunden zusammenarbeiten. Nur so könne Energie Uster vermeiden, dass die Glasfasern unbenutzt bleiben. Laut Fuchs hätten entsprechende Gespräche stattgefunden. Die Aussichten seien aber als «nicht Erfolg versprechend» beurteilt worden. Energie Uster hat das Projekt deshalb beerdigt. Netz kommt von der Swisscom Trotzdem sollen die Ustermer Zugang zu einem Glasfasernetz erhalten. Die Swisscom hat bereits 2010 mit dem Aufbau eines solchen Netzes begonnen. Es soll bis Ende 2013 fertig gestellt sein. Energie Uster will nach wie vor für den Bau eines Glasfasernetzes für das firmeneigene Strom-, Gas- und Wassergeschäft mit der Swisscom eine Kooperation eingehen.

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