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Einer der Schläger von München ist auf freiem Fuss

Ivan Z., einer der drei Münchner Schläger, ist in die Schweiz abgeschoben worden. Der 18-jährige Stäfner erhielt eine zehnjährige Einreisesperre.

Von Stefan Hohler und Simon Eppenberger Zürich/München – Ivan Z. ist bereits am 21. März 2011 über Konstanz in die Schweiz abgeschoben und seiner Mutter in Stäfa übergeben worden, wie Recherchen des TA ergeben haben. Der Vater und sein Münchner Verteidiger wollten sich dazu nicht äussern. Gegenüber der Nachrichtenagentur SDA bestätigte der Leiter der bayrischen Justizvollzugsanstalt Laufen-Lebenau die Abschiebung. In dieser Jugendstrafanstalt verbüsste Ivan Z. seit Anfang Dezember 2010 seine Strafe. Die Abschiebung ist nicht mit der vorzeitigen Entlassung nach Verbüssung von zwei Dritteln seiner ordentlichen Strafe zu vergleichen. Denn die bedingte Entlassung auf Bewährung wäre erst am 20. Mai 2011 erfolgt. Ivan Z. ist in Deutschland weiterhin polizeilich ausgeschrieben und darf sich dort die nächsten zehn Jahre nicht zeigen. Ansonsten droht ihm die Verbüssung der noch offenen Strafe von 406 Tagen. Komplizen noch im Gefängnis Ivan Z. ist der erste der drei Münchner Schläger, der aus der Haft entlassen wurde. Er wurde im letzten November vom Landgericht München zu einer Jugendstrafe von zwei Jahren und zehn Monaten wegen gefährlicher Körperverletzung in vier Fällen verurteilt. Ivan Z. und zwei gleichaltrige Mitschüler der Weiterbildungs- und Berufswahlschule Küsnacht hatten auf einer Klassenreise im Sommer 2009 in der Münchner Innenstadt fünf Männer niedergeschlagen und zum Teil lebensgefährlich verletzt. Das Hauptopfer, ein Versicherungskaufmann, leidet heute noch unter der brutalen Attacke. Die beiden Mittäter werden noch eine Weile in Deutschland sitzen: Das Gericht hatte die beiden anderen Zürcher zudem des versuchten Mordes für schuldig gesprochen. Mike B., der mutmassliche Haupttäter, erhielt eine Freiheitsstrafe von sieben Jahren. Er hat als Einziger das Urteil an den Bundesgerichtshof in Karlsruhe weitergezogen. Sein Komplize Benji D. war zu vier Jahren und zehn Monaten Jugendstrafe verurteilt worden. «Abschiebung ist üblich» Laut dem Münchner Strafrechtsprofessor Ulrich Schroth ist die Abschiebung in Deutschland bei ausländischen Straftätern und guter Führung das übliche Verfahren. Weshalb der Jugendliche nun zwei Monate früher draussen ist als bei der vorzeitigen bedingten Entlassung, begründet Schroth damit, dass die Behörden bei Jugendlichen flexibler als bei erwachsenen Straftätern seien und den Zeitpunkt für die Haftentlassung individueller wählen. Die Einreisesperre liegt für den Strafrechtsprofessor mit zehn Jahren im normalen Rahmen.

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