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Einen schlechten Tag erwischt

Pistolenschütze Lukas Grunder aus Winterthur erreichte an der Weltmeisterschaft in München (D) mit der Freipistole nur den 31. Platz.

Von Urs Huwyler aus München Junior Lukas Grunder verstand nach dem olympischen Freipistolenmatch (50 m) an der WM in München sich und die Schützenwelt nicht mehr. Statt der im In- und Ausland erwarteten Medaille musste sich der amtierende Europameister als schlechtester der drei Schweizer mit Rang 31 begnügen. «Ich weiss nicht, woran es lag. Trainer Beat Brüngger bestätigte mir, dass technisch eigentlich alles in Ordnung war. Doch bereits nach der ersten Passe fühlte ich mich nicht ganz wohl bei der Sache», kommentierte der mehr als nur enttäuschte Nachwuchssportler des Jahres 2009 seine bisher grösste Niederlage. Schlechte Serien wie noch nie Vor zwei Wochen schoss er am Eidgenössischen in Aarau 568. Gold ging mit 558 weg. Und die Medaillen gingen nicht an irgendwelche Chinesen oder Amerikaner, sondern an drei Europäer, die er bisher nicht zu fürchten brauchte. «Ich versuchte mein Bestes zu geben, aber es nützte nichts. Ich kann mich nicht erinnern, irgendwann derart schlechte Serien geschossen zu haben», wunderte sich Grunder, der nach der WM im Tessin bei seinem Pistolen-Ausrüster arbeitet, bevor er im November die Sportler-RS beginnt. Doch der bisherige Überflieger sprach auch vom Druck, der auf ihm lastete. «Er war schon enorm gross. Und ich wusste, dass es meine letzte Junioren-EM sein wird. Ich habe die Chance verpasst, wirklich schlecht geschossen.» Erstmals dürfte der Zürcher richtig mitbekommen haben, was es heisst, wenn eine ganze (Schützen)-Nation hofft. Wobei er in München noch drei weitere Chancen erhält. Unabhängig des ersten WM-Resultats bleibt Grunder ein Ausnahmetalent. Junioren-Nationaltrainer Beat Brüngger (Ebmatingen) arbeitete während der letzten Jahre mit mehreren erfolgreichen Pistolen-Talenten zusammen. Pascal Peter (Winterthur) wurde 2003 Europameister, Martin Flury (Andelfingen), der noch zwei Schweizer Junioren-Rekorde hält, sicherte sich Bronze. Zusammen mit Christian Roost (Effretikon) bildeten sie ein starkes Team. «Aber Lukas Grunder ist für den Verband und mich als Trainer ein Glücksfall. Er bringt alles mit, was ein Spitzensportler haben muss», betont Brüngger. Talent, Ehrgeiz, Wille, Athletik, Taktik, Technik, mentale Stärke, auch ausländische Betreuer sehen keine Schwäche. «Einen schlechten Tag kann jeder einmal erwischen», lautete der Tenor. Vor allem Grunders erster Weltcupsieg 2009 in Mailand prägte sich in den Köpfen ein. «Er zeigte keinerlei Emotionen, zog das Ding voll durch», erinnert sich der spanische Cheftrainer und droht der Konkurrenz, daran werde sich trotz der Niederlage nichts ändern. Olympia-Medaille als Ziel «Mein Ziel bleibt eine olympische Medaille. Vielleicht bin ich 2012 in London dabei und sonst hoffentlich 2016 in Rio de Janeiro», lautet die Marschroute des 20-jährigen Winterthurers. Unabhängig davon, wie viele Medaillen Lukas Grunder in München erzielen wird, die WM bleibt ein (wichtiges) Zwischenziel. «Ein wichtiger Schritt wird nächste Saison der altersbedingte Wechsel zur Elite sein. Dann beginnt alles von vorne», macht sich der Seriensieger keine Illusionen. Sein Vorgänger bei den Junioren, der Russe Leonid Ekimow, der vor dem 20. Altersjahr bereits Europameister bei den Aktiven wurde, nimmt im Weltranking die Positionen 6 (50 m) und 31 (10 m) ein. Lukas Grunder (l.) und Trainer Beat Brüngger sind an der WM in München nach dem Wettkampf ratlos. Foto: Urs Huwyler

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