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Eine schöne Bescherung für die ZSC Lions

Kloten gewann auch das zweite vorweihnachtliche Derby. Bis zur 57. Minute stand es 2:2, am Schluss 6:2. Bell gelang das Siegestor und sogar ein Hattrick.

Von Simon Graf, Zürich Nicht nur in der Innenstadt hörte man gestern Donnerstag «Leise rieselt der Schnee», auch in der Schlussphase im Hallenstadion. In der Regel pflegt der ZSC-Anhang dazu «Dä ZSC isch wider daa» zu singen, doch diesmal sangen die Klotener Fans, in leicht abgewandelter Version. Dabei ist es vermessen zu behaupten, die Flyers seien wieder da. Sie waren in diesem Winter noch nie weg, schliessen das Jahr an der Spitze mit fünf Punkten Vorsprung ab und sind bereits fürs Playoff qualifiziert. Das 6:2 im fünften Derby passte zu ihrer bisher fast perfekten Saison. Die Partie hätte in der Schlussphase bei 2:2 auf beide Seiten kippen können, als Bell in der 57. Minute nach einem gewonnenen Bully Lemms ins Lattenkreuz traf. Die einstudierte Variante hatten die Flyers vorher schon mehrmals probiert. Bells 3:2 war nicht nur die Entscheidung, es leitete auch eine für die Flyers torreiche Schlussphase ein. Zuerst überlief Bodenmann Seger und traf, dann fing Bell einen Querpass ab und erhöhte ins leere Tor, zwei Sekunden vor dem Ende reüssierte auch noch Kellenberger. 6:2 war ein bitteres Resultat für die ZSC Lions, die trotz zahlreicher Absenzen lange ebenbürtig gewesen waren, sich von den 10 000 Zuschauern zu einer kämpferischen Leistung hatten inspirieren lassen. Coach Bengt-Ake Gustafsson haderte vor allem mit der Szene vor dem entscheidenden Tor, als man zu langsam reagiert habe. «Dabei weiss doch jeder, was er nach einem Bully tun muss. Aber uns passieren einfach immer wieder solche Fehler.» Ganz anders tönte es bei Anders Eldebrink. «Meine Mannschaft hat mich beeindruckt», sagte er. «Zürich hat gut gekämpft, wollte den Sieg unbedingt, doch wir haben in unserem Team ein unheimliches Feuer.» Und wohl auch den Glauben, dass enge Spiele meist zugunsten der Flyers ausgehen. Für einmal war Bell der Klotener Matchwinner, ihm gelang sogar sein erster NLA-Hattrick. Einen leisen und unglücklichen Abend hatte dagegen Rintanen, der in der 43. Minute nach einem Zusammenprall an der Bande vom Eis geführt werden musste. ZSC-Teamarzt Gery Büsser schickte den Finnen zu weiteren Abklärungen ins Unispital, er dürfte eine Gehirnerschütterung erlitten haben. Damit sind in den Derbys dieser Woche gleich vier Spieler ausgefallen – am Dienstag in der Kolping Arena hatte es Bärtschi, Schnyder und Stoffel erwischt. Bei Letzterem scheint nun immerhin eine Operation seiner bereits operierten Schulter nicht nötig. Lions fehlte Klasse für mehr Tore Sechs Spieler fehlten Gustafsson, zudem liess er Nolan zuschauen, um die Verteidigung mit Westcott zu stabilisieren. Ein ansprechendes Debüt gab Ulmann, ein engagierter Flügel, letztlich fehlte den ZSC Lions aber die Klasse zu mehr als zwei Toren. Die Mannschaft hat sieben der letzten neun Spiele verloren und kommt nicht mehr vom Fleck. Immerhin stimmte gestern das Engagement. Man solle nun alles vergessen, was gewesen sei, sagte Gustafsson. «Uns steht ein besseres Jahr bevor.» Der Schwede nützt Weihnachten für einen Skiurlaub in Österreich, Eldebrink bleibt zu Hause in Kloten und freut sich auf einen kulinarischen Höhepunkt: Er hat nach skandinavischer Tradition einen grossen Schinken vorbereitet, dazu genehmige er sich einen Schnaps oder zwei, verkündete er zufrieden schmunzelnd.Mark Bells Tore, Seite 47

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