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Ein Hauch von Wimbledon in Zürich

Obwohl Roman Valent verletzt ausfällt, starten die GC-Tennisspieler zuversichtlich in die NLA-Interclub-Saison. Heute gastiert Meister Ried Wollerau mit Spitzenspieler Philipp Petzschner in Zürich.

Von Kai Müller Statt Filzbälle übers Netz zu schlagen, taktieren sie an diesem Montag mit Jasskarten. Weil der Regen ein letztes, lockeres Training vor dem NLA-Start verhindert, sitzen Michael Lammer, Roman Valent, Alexander Sadecky und Sandro Ehrat im GC-Clubhaus der Tennisanlage Kartaus im Zürcher Seefeld und vertreiben sich die Zeit beim Kartenspiel. Dass sie vier ehrgeizige Sportler sind, offenbaren sie auch ohne Racket in der Hand – sie diskutieren eifrig über das Jass-Regelwerk, beweisen aber gleichzeitig, was sie in dieser Saison als ihre Stärke sehen: «Den Teamgeist», sagt Davis-Cup-Spieler Michael Lammer (ATP 195), der seit gestern wieder in den Top 200 der Welt figuriert. Der Dübendorfer, der vergangene Woche in Gstaad dem späteren Turniersieger Nicolas Almagro in der 2. Runde einen Satz abnahm, führt die Mannschaft der Grasshoppers an. «Interclub ist eine schöne Abwechslung zum Leben auf der Tour. Diese zwei Wochen gehören zu den schönsten im Jahr», sagt er. Adäquater Ersatz für Valent Obwohl Lammer in der Weltrangliste weiter vorne steht, wäre Roman Valent (371) aufgrund des nationalen Rankings die Nummer 1 im Team. Doch der Adliswiler fällt wegen Knieproblemen aus. Eigentlich hatte der Heilungsverlauf nach der Knorpeloperation gut begonnen, vor zwei Wochen kam der Rückfall. «Ich habe die gleichen Schmerzen wie vorher», sagt er. Was dem Junioren-Wimbledon-Sieger von 2001 am meisten zu schaffen macht, ist die Ungewissheit: «Niemand kann mir sagen, was ich genau habe.» Der 27-Jährige musste auf das Suisse Open in Gstaad verzichten und blieb dem Berner Oberland fern. «Zuschauen wäre zu bitter gewesen.» Als Ersatz für Valent hat der Rekordmeister (16 Titel) Nicolas Devilder verpflichtet. Der Franzose ist nach Verletzungen zwar auf Platz 688 abgerutscht, war vor einem Jahr jedoch noch die Nummer 60. Als erster Gegner gastiert heute Ried Wollerau, Meister der letzten zwei Jahre, auf der Kartaus-Anlage (ab 11 Uhr). Die Schwyzer haben erneut ein starkes Team, das zwei Deutsche anführen: Philipp Petzschner (ATP 39), der Rafael Nadal in Wimbledon fünf Sätze lang forderte, und Rainer Schüttler (ATP 77), ehemaliger Weltranglistenfünfter und letzte Woche Viertelfinalist am ATP-Turnier in Los Angeles. Schüttler wird jedoch erst in der zweiten Partie am Donnerstag gegen Neuenburg zum Einsatz kommen, während Petzschner schon heute antritt. «Wollerau zu schlagen, wäre schön», sagt Sadecky, der in Gstaad wie Lammer die 2. Runde erreichte. «Favorit sind wir jedoch nicht.» Titelanwärter sind Wollerau und Genf, das sich namhaft verstärkt hat (siehe Kasten). Die Grasshoppers wollen die Finalrunde der ersten vier am 14./15. August in Luzern erreichen. Das Kader: Roman Valent (N1.5, Sz), Michael Lammer (N1.6/1, Sz), Nicolas Devilder (N1.8, Fr), Alexander Sadecky (N1.9, Sz), Jérôme Haehnel (N1.10/1, Fr), Sandro Ehrat (N2.13, Sz), Jean-Claude Scherrer (N2.21, Sz), Raphael Hemmeler (N2.22, Sz), Roger Muri (N2.29, Sz) Der Spielplan: Heute Dienstag: Grasshoppers - Ried Wollerau. Genève E.V. - Luzern Lido. Neuchâtel - Seeburg Kreuzlingen. – Donnerstag: Grasshoppers - Genève E. V. – Samstag: Luzern Lido - Grasshoppers. – Sonntag: Grasshoppers - Seeburg Kreuzlingen. – Dienstag,10. August: Neuchâtel - Grasshoppers. – Finalrunde am 14./15. August in Luzern. Jassen statt Tennisspielen: Sandro Ehrat, Roman Valent, Alexander Sadecky und Michael Lammer (von links). Foto: Nicola Pitaro

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