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Drogenboss darf tagsüber raus

Eine Drogenbande hat mit dem Verkauf von einer halben Tonne Marihuana Millionenumsätze erzielt. Nun wird die Strafe des Vizechefs gemildert.

Von Attila Szenogrady Opfikon – Es ist einige Jahre her, dass ein Weinhändler aus Opfikon auf die Idee kam, in das weit lukrativere Geschäft mit Marihuana einzusteigen. Der ursprünglich aus Italien stammende Schweizer setzte innerhalb von fünf Jahren in der Grossregion Zürich rund eine halbe Tonne Marihuana ab. Er erzielte dabei einen Umsatz von mindestens 3,84 Millionen Franken. Einen Grossteil der Drogen verkaufte der Geschäftsführer über zwei als DVD-Läden getarnte Filialen in der Stadt Zürich. Eine wichtige Rolle nahm dabei der heute 46-jährige Vizechef der Organisation ein – ein mehrfach vorbestrafter Süditaliener aus Glattbrugg. Die Polizei deckte den Drogenhandel auf. Der Weinhändler kassierte vor dem Bezirksgericht Zürich eine teilbedingte Freiheitsstrafe von drei Jahren. Zwölf Monate davon unbedingt. Der geständige Vizechef kam aufgrund seines Vorlebens schlechter weg. Er erhielt zwar nur 34 Monate Freiheitsentzug. Davon sollte er aber 17 Monate verbüssen. Familienvater hat richtigen Job Die Verteidigung des Vizechefs legte Berufung ein und verlangte kürzlich vor dem Zürcher Obergericht eine Abänderung der teilbedingten Strafe. So sollte sein Mandant nur 12 statt 17 Monate absitzen. Die Absicht von Rechtsanwalt Valentin Landmann war klar: Mit einem Jahr Freiheitsentzug wäre noch die Halbgefangenschaft möglich. Landmann führte aus, dass sich sein Klient heute wieder gefangen habe und künftig legal in der Gastronomie arbeiten wolle. Der beschuldigte Familienvater sei auch von den Drogen weggekommen. Wie am Mittwoch bekannt wurde, haben die Oberrichter den Teil der unbedingten Freiheitsstrafe tatsächlich auf 12 Monate reduziert. Damit kann der Angeklagte seine beruflichen Ziele tagsüber in Angriff nehmen und die noch offene Strafe in der Nacht «abschlafen».

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