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Doch Sex hinter den historischen Mauern des Ritterhauses Bubikon

Eine Reisegesellschaft in Lederhosen und Dirndl verlustierte sich vor Jahren im Stall des Ritterhauses und wurde dabei gefilmt. Das soll nicht mehr vorkommen.

Von Heidi Tschachtli Bubikon – Viele Leserbriefschreiber haben wenig Verständnis für den Wirbel um die Fotoaufnahmen der leicht bekleideten Julia Saner in der Ritterhaus-Kapelle Bubikon (TA vom 27. 10.). In der heutigen Gesellschaft werde ein freierer Umgang mit Körper und Sexualität gepflegt, sind sich manche Leser einig und nehmen keinen Anstoss an den sexy Aufnahmen. Ein Kommentator gibt gar zu bedenken, dass Sex und sexy zweierlei Dinge seien. Er gehe nicht davon aus, dass Frau Saner völlig nackt irgendetwas Unmoralisches gemacht habe. Nein, das Model hat nichts Unmoralisches gemacht. Eine angemeldete Reisegruppe vor Jahren tat dies allerdings schon, schreibt eine Leserin der Redaktion. Im Studio ging es zur Sache Vor einigen Jahren, beim nächtlichem Zappen durch die Fernsehprogramme, sei sie an einem interessanten Film über das Ritterhaus hängen geblieben. Die vermeintliche Dokumentation über den geschichtsträchtigen Ort entpuppte sich rasch als waschechter Pornofilm. Die im Car angereiste Gesellschaft in Lederhosen und Dirndl fand in der Handlung mehr Gefallen am Stall als am alten Gemäuer des Ritterhauses. Dort sei es dann so richtig zur Sache gegangen, schreibt sie. «Ja, es hatte damals eine Anfrage für einen Bus und Aufnahmen im Innenhof gegeben», bestätigt Michael Kompatscher, Sprecher der Ritterhausgesellschaft, RHG. «Das Ritterhaus wurde als Kulisse missbraucht. Die eigentlichen Dreharbeiten zum Film fanden aber in einem Studio statt.» Über das Vorhaben sei jedoch niemand informiert gewesen, und keiner hatte Kenntnis von den Absichten, führt er weiter aus. In der Folge wurden die Nutzungsbedingungen überarbeitet. Bei speziellen Anfragen entscheidet gemäss Statuten die Betriebskommission der RHG über die Vermietung, meint der Pressesprecher. Die Kriterien für eine Vergabe hätten sich aber verschärft. «Die RHG ist ein gemeinnütziger Verein, politisch und konfessionell unabhängig mit dem Ziel, das Ritterhaus zu erhalten und seiner Historie gerecht würdig zu nutzen. Die Nutzung des Ritterhauses ist allein Sache der RHG», meint Kompatsch weiter und schliesst gleichzeitig aus, dass so etwas heute nochmals vorkommen könnte. Der Pornofilm stammt aus den späten 70er-Jahren – aus der Zeit also, als «Deep Throat» die Gemüter erhitzte und die Filme erotischer gewesen sein sollen als heute. Unsere Leserin hatte den Streifen letztlich aus reinem Interesse am Ritterhaus zu Ende geschaut. Die Aufnahmen des historischen Gebäudes, gepaart mit Sex, empfand sie allerdings nicht als anstössig, viel eher sei es belustigend gewesen.

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