Zum Hauptinhalt springen

Die Wandlung vom Sohn des Trainers zum Topskorer

Der 20-jährige Klotener Denis Hollenstein ist nach vier Runden der erfolgreichste Schweizer Skorer der Liga.

Junggeselle des Wochenendes Von Etienne Wuillemin Zur Belohnung darf er ein paar Stunden länger im Bett bleiben als sonst. Denis Hollenstein geniesst den freien Sonntag nach dem vierten Sieg seiner Kloten Flyers in Serie. WG-Partner Ricardo, den er seit Kindestagen kennt, ist übers Wochenende nicht zu Hause. Also genehmigt sich der Single die Frühstücks-Gipfeli eben alleine. Beim 7:2-Sieg über die SCL Tigers gelang dem 20-jährigen Sohn von Klublegende und Assistenztrainer Felix Hollenstein erneut ein Treffer – bereits der vierte der Saison. Und weil er seinen beschwingten Auftritt noch mit zwei Assists krönte, trägt Hollenstein am Dienstag in Rapperswil das erste Mal das gelbe Shirt des Topskorers. Mehr noch: Hollenstein belegt den dritten Platz der NLA-Skorerliste und ist damit der erfolgreichste Schweizer Punktesammler. «Das ist sicher schön – aber zu verdanken habe ich das meinen Mitspielern», sagt Hollenstein bescheiden. Lebensschule in Kanada Das mag vielleicht stimmen. Offensichtlich aber ist, dass Hollenstein dem Flyers-Spiel an der Seite der Nationalstürmer Lemm und Jenni viel Schwung verleiht. Neben seinen läuferischen Fähigkeiten ist er bislang mit einem harten, präzisen Schuss aufgefallen. Trainer Anders Eldebrink ist auch Hollensteins Wendigkeit in den Ecken aufgefallen. «Gebt dem Jungen ein oder zwei Jahre Zeit – wir werden alle viel Freude an ihm haben», sagt der Schwede. Es war kurz nach Silvester 2009, als bei Denis Hollenstein der Knoten so richtig platzte. «Zu dieser Zeit konnte ich meine Schulter endlich zu 100 Prozent belasten und jeden Zweikampf ohne Bedenken annehmen», sagt er. Bald schon folgte der erste NLA-Treffer gegen Ambri Ende Januar. Danach ging es bis zum heutigen Tag nur noch aufwärts. Als Hollenstein Anfang Saison 2009 den Sprung in die erste Mannschaft der Flyers schaffte, kam er gestählt von zwei Jahren in der kanadischen Juniorenliga OHL. Er bezeichnet die Zeit bei seiner Gastfamilie als gute Lebensschule, in der er auch menschlich viel gelernt habe. «Die Wäsche musste ich schon dort alleine machen.» Am meisten beeindruckt in Kanada hat ihn, welch grossen Stellenwert das Eishockey dort geniesst: Es ist «wie eine Religion». Auszug von daheim Wieder zurück in Kloten ist Hollenstein nun vor etwa drei Monaten nach Winkel in die WG gezogen. An der Beziehung zwischen Denis Hollenstein und seiner Familie hat sich deswegen nicht viel verändert. «Wir pflegen weiter einen regelmässigen Kontakt», sagt er. Veränderungen im Leben von Denis Hollenstein gibt es dennoch: «Versicherungen muss ich jetzt selbst abschliessen.» Wichtigste Änderung aber ist: Wer von Denis Hollenstein spricht, der spricht derzeit von einem Topskorer – und nicht einfach vom Sohn des Trainers.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch