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Die Stadt Opfikon will die Sonnenenergie besser nutzen

Auf öffentlichen Gebäuden in Opfikon sollen bis 2013 Solaranlagen mit einer Leistung von 100 Kilowatt entstehen. Bereits 2011 wird dieses Ziel fast erreicht sein.

Von Alexander Lanner Opfikon – Über den Dächern der Stadt Opfikon donnern nicht nur Flugzeuge. Auch die Sonne scheint dort das eine oder andere Mal. Und diese Energie will die Stadt in Zukunft gezielt nutzen. An der gestrigen Parlamentssitzung hat der Gemeinderat das Postulat von Haci Pekerman (SP) zur Errichtung von Solaranlagen auf öffentlichen Gebäuden mit 20 gegen 14 Stimmen abgeschrieben. Pekerman hatte eine Weiterführung beantragt. In der Antwort des Stadtrats sind laufende und künftige Umsetzungsbeispiele erwähnt. Rolf Gall, Umweltbeauftragter der Stadt Opfikon, nennt die aktuellsten Massnahmen: «Auf dem Dach des Schulzentrums Lättenwiesen wird von einem Vertragspartner eine Fotovoltaikanlage erstellt.» Mit einem Contractor stehe man kurz vor dem Abschluss der Vertragsverhandlungen. Die Anlage ist auf eine Nennleistung von 73 Kilowatt ausgerichtet. Stromabnehmer ist die Energie Opfikon AG. Ziel nicht zu hoch gesteckt Mit 73 Kilowatt sind die Ziele des selbst auferlegten energiepolitischen Programms der Stadt beinahe erfüllt. Dieses sieht vor, dass bis zum Jahr 2013 auf den Dächern der öffentlichen Gebäude Fotovoltaik- und Fotothermieanlagen mit total 100 Kilowatt Nennleistung erstellt sind. «Wir haben die Grenze nicht zu hoch ansetzen wollen», sagt Gall. Wenn man vor dem Stichtag die Vorgaben übertreffen kann, sei wohl niemand böse. «Die neue Anlage muss man aber im Vergleich zu den bestehenden betrachten», fährt er fort. So ist auf dem Schützenhaus eine Anlage mit 2,1 Kilowatt Nennleistung erstellt worden. Aktuell bringt sie 1 Kilowatt, der gewonnene Strom wird für den Eigenbedarf der Sammelstelle im Rohr genutzt. «Würden weitere Dächer mit solch kleinen Anlagen ausgestattet, müssten noch viele gebaut werden», gibt Gall allerdings zu bedenken. Das Hauptproblem bei Solarstromanlagen sei nicht, einen Partner zu finden, der den Bau finanziert. «Schwierig ist es, einen Abnehmer für den Strom zu finden», so Gall. Noch immer ist Solarstrom teurer als «normaler» Strom. Zurzeit beträgt der Einkaufspreis der Energie Opfikon für «normalen» Strom etwa 8 Rappen pro Kilowattstunde, derjenige aus einer effizienten Fotovoltaikanlage bewegt sich zwischen 50 bis 60 Rappen. Der Stadtrat vertritt die Ansicht, dass die Mehrkosten von Fotovoltaikanlagen nicht primär mit Steuergeldern zu berappen sind. «Im besten Fall müsste der Konsument für den Aufpreis aufkommen», sagt Gall. Das Spiel zwischen Angebot und Nachfrage ist in Opfikon noch nicht zum Tragen gekommen. Bisher habe es schliesslich kein Angebot gegeben. Mit den neuen Anlagen wolle man diesen Kreislauf in Gang bringen. Feuerwehrgebäude folgt Bereits seit 1998 verfügt die Stadt Opfikon über das Label Energiestadt. Das geschützte Markenzeichen erhalten nur Gemeinden, die energiepolitische Massnahmen realisieren und sich periodisch einer Qualitätskontrolle unterziehen. So hat der Opfiker Stadtrat mit einem Beschluss vom Sommer 2008 ein Leitbild eingeführt. Dieses enthält auch den «Gebäudestandard 2008». Dieser verlangt für den Betrieb der öffentlichen Einrichtungen die Beschaffung von Energie nach ökologischen Kriterien. Im Verlauf des Jahres 2009 wurden alle Dächer der öffentlichen Gebäude einer groben Eignungsanalyse für Solaranlagen unterzogen. Für zwei Gebäude – das Feuerwehr- und Werkgebäude sowie das neu erstellte Schulzentrum Lättenwiesen – wurden Machbarkeitsstudien erarbeitet. Nach der für 2011 vorgesehenen Anlage auf dem Schulzentrum soll als Nächstes diejenige auf dem Feuerwehr- und Werkgebäude in Angriff genommen werden. Ein drittes Projekt ist beim Frei- und Hallenbad Bruggwiesen geplant. «Das Bad eignet sich sehr gut für eine Solaranlage», ist Gall überzeugt.

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