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Die S-Bahn wird zum Werbeplakat

Der ZVV lässt auf seinen Zügen neu kommerzielle Werbung zu. Auch Trams und Busse sollen eine Reklamehülle bekommen.

Von René Donzé Zürich – Fledermäuse und dunkle Farben zierten die S-Bahn, die während der Euro08 unterwegs war und für das ZVV-Nachtnetz warb. Das stellte eine Premiere dar: Sonst waren mit Werbung bemalte Züge im Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) bisher tabu. Künftig aber sollen sie auch für Guetsli, Käse, Banken oder anderes werben können. Wie ZVV-Sprecher Thomas Kellenberger bestätigt, hat sich der ZVV mit den SBB darauf geeinigt, dass bis zu zehn ganze S-Bahn-Kompositionen als Werbeträger genutzt werden dürfen. Dank solcher Einnahmen würden die Defizitbeiträge von Kanton und Gemeinden an den ZVV reduziert. Schrittweise sollen auch andere ZVV-Transportunternehmen ins Reklamekonzept einbezogen werden. Kellenberger will zwar nicht darüber spekulieren, ob künftig sogar Schiffe als Werbeträger auf dem Zürichsee schwimmen werden. Viel konkreter und erwünschter sei aber die Idee, dass die Züri-Trams und -Busse gänzlich mit kommerzieller Werbung bemalt werden. VBZ-Sprecherin Daniela Tobler bestätigt entsprechende Verhandlungen. Entschieden ist noch nichts, das letzte Wort hat der Stadtrat. In Winterthur werden Busse schon lange als Werbefläche für 50 000 Franken pro Jahr vermietet. Sie sorgten mehrmals für Aufregung – zuletzt weil Stadtrat Matthias Gfeller (Grüne) den Spruch «Geiz ist geil» verbieten wollte. Auch Kellenberger ist sich bewusst, dass bemalte Züge und Busse heikel sind: «Wir werden uns nicht auf moralische Experimente einlassen.» Insgesamt erhofft sich der ZVV aus der neuen Werbestrategie jährliche Zusatzeinnahmen von «grob geschätzten» 20 Millionen Franken. Bei den SBB sind schon seit Jahren bemalte Lokomotiven für jährlich 240 000 Franken zu haben. Aktuell seien bloss 12 unterwegs, doch wolle man das Geschäft wieder beleben, sagt ein SBB-Sprecher.

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