Zum Hauptinhalt springen

«Die Regionalausgaben waren kein Erfolg»

Tamedia-Verleger Pietro Supino hat in der Au über die Strategie seines Medienhauses referiert. Er nahm auch Stellung zu den Änderungen in der Region.

Von Bettina Ledergerber Au – Nur einmal muss Pietro Supino während seines Referats etwas länger innehalten. Nicht nur zum Luftholen. Der Verleger denkt nach – über eine Frage aus dem Publikum. Supino soll seine grösste Freude und seine grösste Sorge bezüglich seines Unternehmens nennen. So fängt er mit der Freude an: «Wir haben unglaublich kompetente Mitarbeiter.» Trotzdem. Manchmal fürchte er sich davor, den Anschluss zu verpassen. «In unserem Geschäft muss man viele Experimente wagen. Aber was, wenn wir eine abrupte Veränderung nicht bemerken?» Am Dienstagabend hat Pietro Supino, Verwaltungsratspräsident von Tamedia, zu der auch der «Tages-Anzeiger» gehört, in der Au über die «Herausforderungen und Chancen eines Schweizer Medienhauses» referiert. Nur rund vierzig Zuhörer haben den Weg in den Landgasthof gefunden. Den Vortrag organisiert hat die Schweizer Kader-Organisation (SKO). Wirtschaftlicher werden Supino beginnt bei seinem Ururgrossvater, der den «Tages-Anzeiger» 1893 gründete, spricht über den heutigen Strukturwandel im Zeitungsgeschäft und schliesst mit den rosigen Zukunftsaussichten des Onlinegeschäfts. Supino redet auch über die Regionalisierungsstrategie von Tamedia. Im April gab das Unternehmen den Kauf der Zürcher Landzeitungen bekannt. Die Redaktionen in den Regionen werden reorganisiert. Die Regionalredaktionen des «Tages-Anzeigers» sowie jene der «Zürichsee-Zeitung» in Horgen und Stäfa sowie jene des «Zürcher Unterländers» werden je Gebiet fusioniert. Ab dem 1. Januar 2011 bezieht der «Tages-Anzeiger» seine regionalen Artikel aus der «Zürichsee-Zeitung». Teilweise werden sie ergänzt und kommentiert von einem kleinen eigenen Redaktorenteam. Die überregionalen Themen werden nicht mehr von der Redaktion der «Zürichsee-Zeitung» in Stäfa aufbereitet, den Mantel liefert ab diesem Zeitpunkt der «Landbote». Die Zusammenlegung hatte auch Entlassungen zur Folge. Supino sagt: «Synergien werden gebündelt. Das erlaubt uns, wirtschaftlicher zu werden.» Und räumt ein: «Die Lancierung der Regionalausgaben im Jahr 2005 war kein Erfolg.» Doch nicht nur für die Redaktionen hat der Zusammenschluss Folgen. Auch in der nachgelagerten Zeitungsproduktion. Tamedia schliesst das Druckzentrum Oetwil, in welchem bisher die Landzeitungen gedruckt wurden, weil laut Supino zwei Druckzentren im Raum Zürich nicht rentieren würden. «Mit der Schliessung sinken die Druckkosten je Zeitungsexemplar um 25 Prozent.» Pietro Supino glaubt an das neue Modell. «Dank Kooperation kann der ‹Tages-Anzeiger› mit geringeren Kosten mehr bieten. Ich bin sicher, die Leserschaft wird Freude daran haben.» Erfolgsgeschichten schreiben Die Regionalisierungsstrategie nimmt nur etwa zehn Minuten Redezeit in Anspruch. Denn noch mehr Freude bereitet dem Verleger derzeit «20 Minuten». Die Gratiszeitung bietet journalistische Eigenleistung. Die Gratiszeitung hat 1,9 Millionen Leser. Und dank «20 Minuten» lesen auch Jugendliche Zeitung. Supino betont noch einmal, dass «20 Minuten» eine Erfolgsgeschichte sei. «Es gibt Leute, die sagen, wir werden zu gross und zu mächtig», meint Supino. Er aber glaube, dass sein Unternehmen sowie seine Produkte nur dank Wachstum unabhängig bleiben könnten. Pietro Supino will mit Tamedia den Anschluss nie verpassen. Vortrag vor Kaderleuten. Foto: Patrick Gutenberg

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch