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Die Höremer feierten fröhlich und früher als die anderen

Höri beging den 1. August dieses Jahr zum ersten Mal am 31. Juli. Die Umstellung gefiel nicht allen, tat der Festfreude aber keinen Abbruch.

Von Christoph Kaminski (Fotos) und Lucien Palser (Text) Höri – Wie in den Jahren zuvor lud der Kulturverein Pro Höri die Bevölkerung auch dieses Jahr zur offiziellen Bundesfeier auf dem Höriberg ein. Etwas war dieses Jahr aber neu: Das traditionsreiche Fest fand erstmals schon am 31. Juli statt. «Es ist ein Versuch», erklärte Vereinspräsidentin Yvonne Kwakernaak. «Wenn er gelingt, werden wir es auch nächstes Jahr so halten.» Höri ist nicht die erste Gemeinde im Zürcher Unterland, welche die Bundesfeier einen Tag früher begeht. So haben Oberglatt und Schleinikon schon länger auf den 31. Juli umgestellt. Der Grund: So können die Feiernden am nächsten Tag ausschlafen und müssen nicht schon frühmorgens zur Arbeit. Entsprechend hatten sich die Organisatoren in Höri bereits im Vorfeld bei den beiden Gemeinden erkundigt. «Dort war die Umstellung ein voller Erfolg», so Kwakernaak. Viele Höremer hatten offenbar von der Umstellung gehört. Sie kamen pünktlich und zahlreich. Kurz nach acht Uhr begann die Feier mit der Festansprache. Sie wurde dieses Jahr von der Zürcher Polizeiseelsorgerin Pfarrerin Yvonne Waldboth gehalten. Sie wohnte früher in Bülach und ist die erste Polizeipfarrerin der Schweiz. Nur mit dem Höhenfeuer am späteren Abend hatten die Organisatoren etwas Mühe. Es brauchte mehrere Anzündversuche und etwa eine halbe Stunde Arbeit, bis die Flammen endlich loderten. Neues Datum umstritten Das Publikum war sich uneins, was es vom terminlichen Traditionsbruch halten sollte. «Der 1. August ist der 1. August», kommentierte Hans-Peter Plüss, «in welchem anderen Land begeht man den Nationalfeiertag an einem anderen Datum?» Seine Ehefrau Theresia hielt dagegen: «Ich sehe das nicht so eng. Es geht schliesslich um den Inhalt.» Für Katharina Quaranta geht aber eben dieser Inhalt verloren, wenn man das Fest verschiebt. «So ist nicht mehr der Gedanke im Vordergrund, sondern der Kommerz, wie bei jedem anderen Fest», sagte sie. Viele Mitglieder der Männerriege, welche die Festwirtschaft zu betreuen hatten, zeigten sich zufrieden mit der versuchsweisen Umstellung: «Diejenigen, die sich beklagen, müssen ja nach dem Fest nicht aufräumen», so Reinhard Moor. Denn: «Bis anhin hatten immer die pensionierten Mitglieder der Männerriege die ganze Aufräumarbeit zu leisten, da die übrigen ja wieder zur Arbeit gehen mussten.» Gelassener ging der Höremer Niklaus Haslebacher mit dem Termin um und argumentierte historisch: «An welchem Datum der Bund der Eidgenossen genau geschlossen wurde, weiss man ohnehin nicht. Im Bundesbrief ist nur von Anfang August die Rede.» Risiken minimieren Gingen die Organisatoren mit dem neuen Datum gerne noch ein Wagnis ein, nahmen sie es mit der Sicherheit dafür umso genauer. Private durften ihre Feuerwerkskörper nur auf den offiziellen Rampen der Gemeinde abfeuern, die sich auf einer abgesperrten und markierten Wiese befanden. Wie Yvonne Kwakernaak ausführt, hing dies allerdings nicht direkt mit dem tragischen Unfall in Niederhasli vom Juni zusammen, bei dem ein 16-Jähriger während eines Feuerwerks schwer verletzt wurde. «Die Massnahme war bereits vor dem Unglück vorgesehen», sagte sie. Ohnehin sind bei der Vorbereitung der Höremer Augustfeier Sicherheitsfragen allgegenwärtig. Denn in Absprache mit der Flugsicherungsorganisation Skyguide müssen die Organisatoren jeweils dafür sorgen, dass der Flugverkehr während des Feuerwerks umgeleitet wird. «Wenn es gelingt, werden wir es auch nächstes Jahr so halten. In Oberglatt und Schleinikon war die Umstellung ein Erfolg.» Yvonne Kwakernaak Höhenfeuer und Feuerwerk erhellten den Himmel von Höri, während in grosser Höhe ein Flugzeug über das Spektakel flog.

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