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Die geheimnisvolle Geometrie im Stäfner Lattenberg

Warum manche Rebstöcke vertikal angeordnet sind, während andere in horizontalen Reihen stehen.

Von Nadja Belviso Stäfa/Männedorf – Der Wümmet steht kurz bevor, und so geht der Blick dieser Tage unweigerlich hinauf in die Rebberge. Den eindrücklichsten Anblick bietet der Stäfner Lattenberg: Wie auf den Rängen eines natürlichen Amphitheaters stehen hier die Reben. Merkwürdig nur: Nicht alle haben gleich gute Sicht auf den Zürichsee, die Pfnüselküste und die bereits schneebestäubten Spitzen der Alpen. Denn ihre Reihen sind unterschiedlich angeordnet. Die einen Rebstöcke stehen hintereinander in vertikalen Schlangen, während die anderen auf aufwendig angelegten Terrassen locker über ihre «Vorderleute» hinausragen. Was hat es auf sich mit dieser Ungleichbehandlung? Winzer Reto Honegger, der im Weiler Mutzmalen mitten im Lattenberg wohnt, erklärt es: Die in Terrassen angelegten Rebstöcke seien einfacher zu bewirtschaften, da von ebenen Böden aus gearbeitet werden könne. Zudem könne man hier problemlos Maschinen einsetzen, die den Winzern viele Handgriffe abnehmen. «Nicht gerade billig» Dass nicht alle Winzer auf diese komfortable Anbauart zurückgreifen, hat mehrere Gründe: Eine Terrassierung erstellen zu lassen, sei nicht gerade billig, erklärt Honegger. Und abgesehen davon auch gar nicht überall sinnvoll. «Ist der Hang steiler als 50 Prozent, sind die Terrassen nicht mehr stabil genug.» Geradezu unmöglich wird der Bau von Terrassen, wenn sich Felsblöcke im Boden befinden. Ist die Neigung des Bodens indes geringer als 35 Prozent, lohne sich wiederum der Aufwand nicht. Terrassen können nämlich weniger dicht bebaut werden, was kleinere Erträge pro Quadratmeter zur Folge hat. Für Reto Honegger selbst ist der Unterschied zwischen den beiden Anbauformen nicht so entscheidend. Dank seinem Vini-Track, einer Maschine mit Raupen, die der Winzer selbst mitentwickelt hat, kann er all seine Hänge maschinell bewirtschaften. Terrassen, wie sie in der Bildmitte zu sehen sind, sind zwar einfacher zu bewirtschaften, werfen dafür weniger Ertrag ab. Foto: Michael Trost

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