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Die Flyers starteten frisch und frech

Die Klotener dominierten Meister SCB und gewannen das erste Halbfinalspiel 4:1.

Von Silvan Schweizer, Kloten In den Klotener Meisterzeiten der 90er wurde bei speziellen oder entscheidenden Treffern jeweils ein schwarzer Hut aufs Eis geworfen. Die Tradition verschwand allerdings über die Jahre, man durfte sie am Schluefweg schon lange nicht mehr beobachten. Beim Halbfinalauftakt gegen den SCB jedoch, als Flyers-Captain Stancescu das finale 4:1 ins verlassene Berner Tor erzielte, kam der Cowboy-Hut aus dem Nichts wieder geflogen. Die Fans waren schlicht verzaubert, was ihr Team ihnen da servierte. Die Klotener hatten schon furios begonnen. Sie setzten ihren Gegner konsequent unter Druck, liefen mehr und überraschten ihn mit ihrem selbstsicheren Auftreten wohl etwas. Das erste Drittel gehörte zum Besten, was den Flyers in diesem Winter gelungen war. Sie setzten sich regelrecht in der Zone des SCB fest und kreierten mit praktisch jeder Linie Chancen. Das 1:0 zur ersten Pause war hingegen eine zu karge Ausbeute für ihre kräftezehrenden Bemühungen. Nach einer Verschnaufphase zu Beginn des zweiten Drittels griffen die Klotener von neuem an. Sie wurden rasch belohnt. Nach 32 Minuten war wieder die dritte Linie um Rintanen, Lemm und Bodenmann zur Stelle, als erneut ein Berner den Puck nicht aus der Abwehrzone brachte. Das 2:0 stimmte schon eher mit dem Gezeigten überein. Aber plötzlich gerieten die Flyers noch in Gefahr, weil sie zuerst die sichere Entscheidung durch Stancescu verpassten und dann im Gegenzug Plüss zum Anschlusstreffer kam. Es passte aber zum cleveren Auftritt der Klotener, dass sie sich davon nicht aus dem Konzept bringen liessen. Ein Fehler von SCB-Goalie Bührer, der eine kullernde Scheibe nicht kontrollieren konnte, nutzte Bell wieder zum Zweitorevorsprung. «Das zweite und das dritte Tor haben wir ihnen geschenkt», ärgerte sich danach Berns Coach Larry Huras, der seinen Verteidigern mangelnde Unterstützung vorwarf. Flyers-Trainer Anders Eldebrink auf der anderen Seite des Betontunnels lobte wiederum «Tempo, Engagement und Energie» seiner Mannschaft, die früh das Kommando habe übernehmen können. Besonders freute sich der Schwede, dass «alle im Team involviert» gewesen seien. Der grossgewachsene Junior Samuel Walser etwa zeigte eine kämpferische Leistung und legte sich nach der Schlusssirene noch selbstbewusst mit Routinier Gamache an. Ein Manko wies aber auch das Spiel der Klotener auf: Das Powerplay hatte ohne den am Fuss verletzten Abwehrchef DuPont zu wenig Durchschlagskraft. Aus sechs Möglichkeiten, einmal für über eine Minute sogar in doppelter Überzahl, resultierten kein Treffer und nur wenige Schussversuche. Darauf angesprochen, zuckte Eldebrink allerdings nur mit den Schultern. Er sprach lieber über die einseitige Berichterstattung in den Medien: «Alle sprechen über die Favoriten Davos und Bern. Dafür verspüren wir nun keinen Druck.» Meister SCB hatte zehn Tage Zeit gehabt, um sich auf diesen Halbfinal vorzubereiten. Nun fand er kein Rezept, um sich gegen die schnellen Klotener zu wehren und präsentierte sich ausserdem erstaunlich abschlussschwach. Coach Huras aber sagte ruhig: «Ich bin nicht nervös. Das ist schliesslich nicht mein erstes Playoff-Rodeo.» Auf den Cowboy-Hut könnte er nächstes Mal trotzdem verzichten. Klotener Jubel: Simon Bodenmann (rechts) bezwingt SCB-Goalie Marco Bührer zum 1:0.Foto: Patrick B. Kraemer/Keystone

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