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Die Brücke, die Schiffen im Weg ist

Obwohl Glattfelden eine Umfahrung hat, ächzen Lastwagen mit grosser Fracht wie Schiffen oder Silos mitten durchs Dorf. Das Hindernis auf der Autobahn ist eine Brücke.

Von Céline Trachsel Glattfelden – Rund ein halbes Dutzend Mal pro Woche wird besonders sperrige Ware quer durchs Unterland transportiert: Baumaschinen, Kompressoren, Transformatoren, Silos oder sogar Schiffe. Und mit ihrer aussergewöhnlichen Ladung benötigen die Lastwagen besonders viel Platz. Die Fahrer müssen darum immer wieder passende Routen suchen, damit sie ihre Fracht schadlos ans Ziel bringen. Speditionsunternehmen und die Kantonspolizei haben denn auch Erfahrung mit solchen Ausnahmetransporten: Sie benützen ausgewählte Routen mit wenigen Hindernissen, die der Kanton im Jahr 2001 auf einer Karte festgelegt hat. Genau diese Ausnahmetransportroute ist den Glattfeldern aber ein Dorn im Auge. Denn während die «kleinen» Frachten bis zu 4,8 Meter Höhe und 6,5 Meter Breite über das Autobahnteilstück an Glattfelden vorbeifahren, zwängen sich die grösseren Spezialtransporter über die enge Hauptstrasse in der Ortsmitte. «Das ist unverständlich», sagt Gemeinderat Thomas Steiner. «In den engen Kurven bleiben sie fast stecken, müssen hin und zurück manövrieren. Das ist immer ein ziemliches Tohuwabohu.» Fussgängerinseln zerstört Peter Bruderer vom Strassenverkehrsamt räumt ein, dass die besonders grossen Transporte – im Monat einer bis zwei – für die Gemeinden zur Belastungsprobe werden können. Denn sie finden meistens in der Nacht statt. Dies, weil die Polizei die Strasse für den Gegenverkehr sperren muss. Um an zwei Häusern in Glattfelden vorbeizukommen, die an die Strasse grenzen, müsse der Fahrer Millimeterarbeit leisten. Vor- und zurückfahren, die Fracht heben und senken – so schaffts der Schwertransport nur mit Mühe und viel Getöse durch die engen Strassen im Gottfried-Keller-Dorf. Zudem sieht das Dorfzentrum nach einem solchen Vorhaben manchmal nicht mehr ganz so aus wie vorher. Zwei Fussgängerinseln in Glattfelden walzten die Transporter regelmässig platt – bis die Gemeinde sie ganz entfernen liess. Doch die Ausnahmetransportroute mitten durchs Dorf sorgt auch wegen anderer Begleiterscheinungen für Unmut in Glattfelden. «Es ist ein Problem, dass der Kanton uns immer wieder Bauvorhaben verbietet», sagt Thomas Steiner. Eine Strassenlaterne oder ein Verkehrsschild aufzustellen, werde zum Problem, weil die Stangen dem Konvoy im Weg wären. Auch verkehrsberuhigende Hindernisse durfte die Gemeinde nicht errichten. «Wir würden uns freuen, wenn wir wieder freier wären», sagt der Gemeinderat. Brücke zu tief – Boden absenken Nun klärt der Kanton ab, ob die Ausnahmetransportroute in Glattfelden auch für die grossen Frachten auf die A 51 verlegt werden könnte. Doch die Chancen stehen schlecht. Der Autobahnviadukt über dem Glattlauf und dem Lettenquartier könne nicht derart schwere Lasten tragen. «Zudem liegt die Brücke am Ende der Autobahn zu tief», sagt Peter Bruderer vom Strassenverkehrsamt. Hohe Schiffe passen zum Beispiel nicht untendurch. Der Kanton könnte höchstens den Boden unter der Brücke abtragen. «In den nächsten Jahren saniert der Kanton die A 51. Ich bin guter Dinge, dass er den Boden dann auch gleich senkt», sagt Steiner. «Nach meinem Wissensstand sollte die Verlegung der Route nicht an der Stabilität des Viadukts scheitern.» Transporte mit sperriger Fracht fahren durch Glattfelden, weil diese Brücke zu wenig hoch und der Autobahnviadukt zu wenig tragfähig ist.Foto: Céline Trachsel

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