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Der ZSC findet wieder seinen Meister

Auch das vierte Duell gegen den HCD ging verloren. Diesmal 1:3 gegen einen Gegner mit sechs Junioren.

Von Simon Graf, Zürich Arno Del Curto mutmasste mit der Gönnerhaftigkeit eines Siegers: «Wenn das 2:1 für den ZSC gefallen wäre, wären wir zusammengeklappt.» So, wie am Sonntag in Kloten, als die Bündner in den letzten zehn Minuten noch vier Tore kassiert hatten und aus einem 2:1 noch ein 2:5 und ein gelungenes Flyers-Jubiläum geworden war. Zwar schoss im Hallenstadion ein ZSC-Spieler das 2:1, doch unglücklicherweise lenkte McCarthy zu Beginn des Schlussdrittels ins eigene Tor ab, nachdem Reto von Arx insistiert hatte. Und Taticek (45.) erhöhte wenig später im Powerplay nach einer vom HCD bekannten Kombination auf 3:1. Weil Genoni unweit seiner Kilchberger Heimat auch diesmal ein starkes Spiel gelang, blieb es dabei. «Es ist immer das Gleiche», sagte Bob Hartley kopfschüttelnd. «Wir schaffen es gegen die Davoser immer wieder, uns ein Loch zu graben. Wir hätten viermal gewinnen können, doch immer verteilten wir Geschenke. Und sie bestrafen unsere Fehler konsequent, im Stile eines Meisterteams.» 3:4, 3:5, 2:3 und nun 1:3 heissen die Zürcher Resultate gegen den HCD, wobei die aktuellste Niederlage die enttäuschendste ist. Denn so prominent besetzt war die Bündner Abwesenheitsliste noch selten: Mit den gesperrten Grossmann und Joggi sowie den verletzten Sykora, Wieser, Guggisberg und Steinmann fehlten sechs Stammspieler &endash mit der Folge, dass Del Curto sechs Elitejunioren spielen liess, und zwar regelmässig: Guerra, Sieber, Ranov, Neuenschwander, Kuonen und Willi.Anders als in Kloten schaffte es der HCD-Coach diesmal besser, die Kräfte zu verteilen. Auch, weil Schiedsrichter Danny Kurmann lange kaum Strafen verhängte und so die Bündner Routiniers keine Kräfte in Power- oder Boxplay verpuffen mussten. Und wenn die Paradelinie mit Bürgler, Reto von Arx und Taticek einmal zu Chancen kam, nutzte sie diese kaltblütig. Hartley sprach vom «Killerinstinkt», der seiner Mannschaft gefehlt habe. Und natürlich ist auch ihm aufgefallen, dass das Zürcher Powerplay miserabel ist. Gestern führten vier Versuche zu keinem Tor, sogar ein Torschuss war eine Rarität. Mit einer «Erfolgsquote» von 12,12 Prozent weisen die ZSC Lions die schlechteste Überzahlbilanz der Liga aus. Erstaunlich für eine Mannschaft mit so vielen erfahrenen, eigentlich pucksicheren Spielern.Das Wichtigste im Powerplay sei die Passqualität, merkte Hartley dazu an. Die sei momentan ungenügend. «Und wenn man zum vierten Mal hinten Anlauf holen muss, leidet das Selbstvertrauen.» Wenn das Powerplay nicht funktioniere, müsse man möglichst viele Schüsse aufs Tor bringen, meinte Tambellini. Fragt sich, wieso die Zürcher das nicht versuchen. Derweil Nylander sein drittes Tor in den letzten vier Spielen schoss, zum 1:1 (40.), und Kenins neben dem Schweden immer besser wird, tun sich die vermeintlichen ersten beiden Linien immer schwerer. Tambellini ist seit sechs Spielen ohne Tor, Pittis seit sieben, Ambühl ist seit fünf Partien ohne Punkt. Und Monnet und Bärtschi laufen seit Monaten ihrer Form hinterher. «Einige unserer Topspieler müssten wieder mehr den Preis bezahlen», liess Hartley leise Kritik an ihnen anklingen. Er denkt über neue Linien nach. ZSC Lions - HC Davos 1:3 (0:1, 1:0, 0:2) Hallenstadion. &endash 7584 Zuschauer. &endash SR: Kurmann/Küng, Fluri/Müller. &endash Tore: 3. Bürgler (Reto von Arx, Taticek) 0:1. 40. (39:11) Nylander (Kenins, Seger) 1:1. 41. (40:29) Reto von Arx (Eigentor McCarthy) 1:2. 45. Taticek (Forster, Bürgler/Ausschluss Cunti) 1:3. &endash Strafen: 4-mal 2 Minuten gegen die ZSC Lions, 5-mal 2 Minuten gegen Davos.ZSC Lions: Flüeler; McCarthy, Geering; Blindenbacher, Seger; Camperchioli, Schnyder; Bärtschi, Pittis, Monnet; Ambühl, Cunti, Tambellini; Kenins, Nylander, Bastl; Schäppi, Ziegler, Bühler.Davos: Genoni; Stoop, Forster; Guerra, Ramholt; Jan von Arx, Back; Untersander; Bürgler, Reto von Arx, Taticek; Ranov, Marha, Sieber; Sciaroni, Rizzi, Sejna; Kuonen, Neuenschwander, Willi.Bemerkungen: ZSC Lions ohne Down (überzählig), Gobbi und Breitbach (verletzt), Davos ohne Grossmann, Joggi (gesperrt), Sykora, Wieser, Guggisberg, Steinmann und Reymondin (alle verletzt). &endash 15. Pfostenschuss Pittis, 50. Pfostenschuss McCarthy. ZSC ab 58:20 ohne Torhüter. 58:40 Timeout ZSC. Der grössere «Killerinstinkt»: Die Davoser bejubeln ihr wegweisendes 2:1, ZSC-Torhüter Flüeler ist konsterniert. Foto: Melanie Duchene (EQ Images)

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