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Der Stoffel ist unter Druck

Auf dem Wädenswiler Stoffel soll nicht gebaut werden können. Manche Grundeigentümer verstehen das nicht.

Von Daniela Haag Wädenswil – Der Stoffel ist der Grüngürtel zwischen Wädenswil und der Au, und er soll definitiv grün bleiben. So wollen es der Kanton, der Stadtrat von Wädenswil und auch der Wädenswiler Gemeinderat. Dieser stellte kürzlich die Weichen für den Erhalt der Naherholungszone. Er befand, der Stoffel soll der Landwirtschafts- oder der Freihaltezone zugeteilt werden. Heute liegt das Gebiet in der Reservezone. Doch einverstanden damit sind nicht alle. Die im Gemeinderat knapp unterlegenen rechtsbürgerlichen Parlamentarier wollen den Stoffel, von dem über die Hälfte der Stadt gehört, in der Reservezone belassen, damit künftige Generationen die Möglichkeit haben, in Wädenswil zu bauen und zu wohnen. Und einzelne Grundeigentümer würden ihr Land gerne verkaufen, damit es jetzt schon überbaut werden kann. So beispielsweise die Erbengemeinschaft Rhyner. Sie kontaktierte in diesem Frühjahr den Verband für Wohnungswesen. Diese Dachorganisation der gemeinnützigen Baugenossenschaften suchte Land für den Bau von Genossenschaftswohnungen in der Zürichseeregion. Das Grundstück der Erbengemeinschaft im Stoffel schien dem Verband geeignet. Die Stadt Wädenswil beschied den Bauwilligen aber, dass das Land in der Reservezone liege und man es deshalb nicht überbauen könne.«Wir hätten das Land zu einem moderaten Preis zur Verfügung gestellt», sagt Max Rhyner, ein Mitglied der Erbengemeinschaft. Dies, obwohl es sich um eine sehr gute Lage handle. «Wir wollten, dass Wohnungen für Normalverdiener entstehen», sagt er. Er verstehe nicht, dass linke Politiker mehr bezahlbare Wohnungen fordern und gleichzeitig potenzielles Bauland definitiv frei halten wollen. SP hat Blattmann-Areal im Visier Dieses Argument zieht bei der SP allerdings nicht. Die SP hatte die Initiative lanciert, den Stoffel der Freihalte- oder Landwirtschaftszone zuzuteilen. Der Gemeinderat unterstützte zwar nicht diese Initiative, sondern den Gegenvorschlag des Stadtrates, der in die gleiche Richtung zielt. Im Gegensatz zur Initiative lässt der Gegenvorschlag des Stadtrates auf einem geringen Anteil des Stoffels eine Überbauung zu. Das Grundstück der Erbengemeinschaft gehört aber nicht dazu. Die SP argumentiert, es gebe andere Möglichkeiten, bezahlbare Wohnungen zu fördern, beispielsweise auf dem Blattmann-Areal. Damit auf dem heutigen Industrieareal an der Seestrasse nicht nur Luxuswohnungen entstehen, hatten im Februar CVP, SP, Grüne und EVP/EDU das Referendum gegen die Umzonung und den Gestaltungsplan ergriffen. Sie wollen erreichen, dass ein Anteil an günstigem Wohnraum auf dem Blattmann-Areal entsteht.

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