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Der Schulleiter muss auch Lehrer sein

Ein Komitee wehrt sich gegen die Öffnung des Schulleiterberufs für Nicht-Lehrer. Das schade dem Ansehen der Schule.

Sollen Schulleiter ein Lehrerdiplom besitzen müssen oder nicht? Eine Schülerin zeichnet an ihrem Pult. (Archivbild)
Sollen Schulleiter ein Lehrerdiplom besitzen müssen oder nicht? Eine Schülerin zeichnet an ihrem Pult. (Archivbild)
Keystone

Regierung und Kantonsrat wollen auch Personen als Schulleiter zulassen, die kein Lehrerdiplom besitzen. Damit wirken sie dem Mangel an Schulleitern entgegen. Weil alle Schulleiter auch Lehrer sind und eine Schulklasse unterrichten könnten, ist die Lockerung der Zulassung auch eine Massnahme gegen den Lehrermangel.

Doch gegen die Neuerung haben die Lehrerverbände unter Führung der Gewerkschaft VPOD das konstruktive Referendum ergriffen. Nun wird das Volk am 3. März entscheiden, ob ein Schulleiter Lehrer sein muss oder nicht. Den Lehrerorganisationen haben sich unterdessen AL, SP, Grünliberale und EVP angeschlossen. Diese breite Allianz setzt sich für den «Erhalt der Qualität» in den Schulen ein. Wenn sie von Betriebswirtschaftern geführt würden, sei die Qualität in Gefahr, sagte gestern Kathrin Meier, Präsidentin der VPOD-Sektion Lehrberufe vor den Medien.

Bachelor ist zwingend

In ihrem Gegenvorschlag verlangt das Komitee zwar nicht mehr explizit ein Lehrerdiplom für Schulleiter, sondern nur noch «eine pädagogische Ausbildung mit Lehrdiplom oder eine gleichwertige Ausbildung». Gemäss SP-Kantonsrat Markus Späth ist damit eine Ausbildung mit mindestens einem Bachelorabschluss gemeint. Lehrmeister zu sein oder ein Diplom als Kleinkinderbetreuerin zu haben, reiche nicht aus.

Späth betonte, eine Schule könne nicht wie ein Grossbetrieb organisiert sein. Für deren Führung brauche es Fachwissen. Eltern, Lehrer und Kinder hätten eine Führungsperson verdient, die vom Unterrichten eine Ahnung habe. Ein Schulleiter ohne pädagogischen Hintergrund habe automatisch ein Glaubwürdigkeitsdefizit. «Das ist unseriös und unverantwortlich», sagte Urs Loosli, Präsident des Verbandes SekZH. Er erinnerte daran, dass Bildungsdirektorin Aeppli (SP) als Folgemassnahme auf die Pisa-Resultate 2009 eine Stärkung der Schulleitungen in der pädagogischen Führung angekündigt habe. Was nun geschehe, sei das Gegenteil.

Jules Fickler von der Mittelstufenkonferenz ZKM erinnerte daran, dass Schulleiter einst als pädagogische Profis gepriesen wurden. Mit der geplanten Öffnung würden jetzt wieder Laien für dieses Amt zugelassen. Kritisiert wurde auch die Schulleiterausbildung. Die 15-wöchige «Schnellbleiche» genüge für Nicht-Lehrer bei weitem nicht, sagte Markus Späth.

SP sagt zweimal Ja

Die SP hat nicht nur zum Gegenvorschlag der Lehrerverbände die Ja-Parole gefasst, sondern auch zum Vorschlag von Regierung und Kantonsrat. Damit will die SP die weiteren Änderungen, die mit der Gesetzesänderung wirksam werden, nicht gefährden (Probezeit für Lehrer und Abschaffung von Kleinstpensen). Sie signalisiert aber auch, dass ihr letztere Neuerungen wichtiger sind als die Regelung für die Schulleiter. Späth betonte gestern aber, die SP ziehe in der Stichfrage den Gegenvorschlag dem Hauptantrag vor. Auch die Grünen haben ein doppeltes Ja beschlossen, bevorzugen aber die Vorlage von Regierung und Parlament.

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