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Der Santala der Junioren

Der Klotener Nachwuchsleader Samuel Walser (18) spielt mit den Flyers heute (20.15) um den Finaleinzug.

Playoff Von Etienne Wuillemin, Kloten Es ist Sonntagabend, 20 Uhr, der freie Tag der Kloten Flyers neigt sich dem Ende zu. Am nächsten Morgen steht das 45-minütige Training an. Aber Trainer Anders Eldebrink weiss noch immer nicht, ob Samuel Walser dabei sein kann. Er zögert, den 18-Jährigen anzurufen und aufzubieten. «Die Schule ist auch wichtig für den Jungen», erklärt der Schwede. Dabei wartet Walser sehnlichst auf den Anruf seines Trainers. Dieser kommt dann doch noch. Danach versucht Walser, seinen Chef zu erreichen, um einen Dispens fürs Training zu erwirken. Dieser nimmt das Telefon nicht ab, am Montagmorgen aber hat Walser die Erlaubnis per SMS auf seinem Handy. «Ich habe extra den Wecker früher gestellt», sagt er, «aber eigentlich war ich ganz entspannt, denn mein Chef ist hockeybegeistert, er hat noch nie Nein gesagt.» Solche Abläufe erlebt Walser momentan häufig. Der Solothurner, der in Opfikon bei einer Gastfamilie wohnt, muss Ausbildung und Eishockey nebeneinander bewältigen. Er absolviert eine vierjährige KV-Lehre bei einem Immobiliengeschäft. Walser ist im dritten Jahr, er beschäftigt sich derzeit mit den Vermietungsabläufen einer Wohnung. Dazu hat er kürzlich eine 15-seitige Arbeit verfasst, «wenn es nach mir ginge, hätte das nicht auch noch während des Playoffs sein müssen», sagt er. Aber er beklagt sich nicht. «Es ist wie im Eishockey. Wenn man den Rhythmus einmal gefunden hat, geht alles leichter.» Neben den Einsätzen in der NLA war Walser bis vor einer Woche auch noch bei den Elite-Junioren engagiert. «Ich bin der Tommi Santala dieses Teams», sagt er und lacht. Bisweilen bestritt er vier Spiele in fünf Tagen. Mittlerweile ist die Saison der Junioren vorbei, Kloten verlor die Finalserie gegen die GCK Lions 1:3. In den letzten beiden Spielen war Walser nicht mehr dabei, um sich ganz auf seine Aufgabe im Halbfinal der Profis konzentrieren zu können. Da treten die Flyers heute im 4. Spiel der Serie wahrscheinlich weiterhin ohne Denis Hollenstein und sicher ohne Micki DuPont an. Walser wird dabei wieder den vierten Block der Flyers anführen. Trainer Eldebrink prophezeit ihm eine gute Zukunft: «Ich habe gerne grosse Center. Zudem ist er ein guter Skater, trotz seiner Grösse.» Verhaltener äussert sich Thomas Roost, der Schweizer NHL-Scout. Das mag einerseits daran liegen, dass neben Walser auch die im nordamerikanischen Nachwuchseishockey etablierten Nino Niederreiter und Sven Bärtschi Jahrgang 1992 haben. Aber andererseits auch daran, dass Walser als 15-Jähriger noch als Ausnahmetalent gegolten hatte. «Danach hat er stagniert, im letzten Jahr aber wieder einen grossen Schritt vorwärts gemacht», sagt Roost. Eine NHL-Karriere traut er Walser aus heutiger Sicht nicht zu, eine Rolle im Nationalteam aber schon. Voraussetzung dafür: Walser muss seine guten körperlichen Voraussetzungen nutzen und genügend Muskeln aufbauen. Viele Vorbilder im Team Bis ins A-Nationalteam ist es noch ein weiter Weg. Mitspieler, von denen sich Walser etwas abschauen kann, gibt es in Kloten genug. Walser kommt ins Schwärmen und zählt auf: Bodenmanns Schnelligkeit, Santalas Übersicht, Rintanens Stocktechnik, Du Bois’ Zweikampfstärke, Winklers Stellungsspiel. Vorerst aber gilt es, möglichst bald in den Final einzuziehen. Samuel Walser lechzt danach – genau wie nach einem persönlichen Treffer. Es wäre sein zweiter in der NLA, und er würde ihm endlich ein neues Souvenir ins Haus bringen. «Es wäre langsam Zeit, der andere Puck verstaubt bald auf meinem Nachttisch.» ViertelfinalsHalbfinals(best of 7) Davos - Fribourg4:0Davos - Zug3:0 4:1, 4:2, 7:0, 7:2 3:1, 5:2, 6:1 Kloten - ZSC Lions4:1 2:1, 3:5, 4:3v, 2:1, 3:2v Bern - SCL Tigers4:0Kloten - Bern3:0 3:1, 4:2, 5:0, 3:2v 4:1, 3:2 n. V., 4:3 Zug - Servette4:2 5:8, 6:2, 3:1, 2:3v., 4:3p, 5:4v Weiter: Heute Zug - Davos (19.45), evtl. Do, Sa, Di Bereit für einen weiteren Angriff des Meisters in Bern: Samuel Walser vor der «Stockgarage» der Klotener in der Kolping-Arena.Foto: Beat Marti

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