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Der Kredit für einen Jugendtreff erhitzt die Gemüter in Rafz

Schon zweimal hat die Gemeindeversammlung Kredite für einen Jugendtreff abgelehnt. Jetzt kommt es zur Abstimmung an der Urne. Die Kritik ist laut.

Von Markus Rohr Rafz – Die Gemeinde hat rechtzeitig vorgesorgt: Sie gab sich 2004 ein Jugendkonzept, das auch genügend Räume für Begegnungen unter und mit den Jugendlichen vorsah. Am 23. März 2009 bewilligte die Gemeindeversammlung nach dreijährigem Versuch sogar eine 80-Prozent-Stelle für die Jugend- und Gemeinwesenarbeit. Dieselbe Gemeindeversammlung lehnte allerdings einen Kredit von 655 000 Franken für den Neubau eines Jugendtreffs ab. Daraufhin wurde im Werkgebäude ein Provisorium eingerichtet. Das Büro der Jugendarbeiterin fand dort aber keinen Platz. An der Gemeindeversammlung vom 14. Juni 2010 legte die Exekutive ein redimensioniertes Projekt vor. Die 460 000 Franken für den Ausbau des Jugendtreffs im Werkgebäude wurden jedoch mit 78 zu 46 Stimmen abgelehnt. Ein Antrag der Grünliberalen Partei (GLP) auf Durchführung einer Urnenabstimmung erreichte das nötige Quorum von einem Drittel. GLP, SP und FDP haben mit Blick auf die Abstimmung am 26. September die Ja-Parole herausgegeben. Die SVP und die Gruppierung Puls 8197 empfehlen ein Nein. Puls 8197 spricht von einem «überdimensionierten, fehlerhaften Projekt, unrealistischen Baukosten und falschen Berechnungen der Betriebskosten». Zudem wird die Nichteinhaltung feuerpolizeilicher Vorschriften sowie die Missachtung des von der Gemeinde selbst beschlossenen Energiestandards bei Gebäuden kritisiert. Eine Prognose ist schwierig Der im Juni neu gewählte Schulpräsident und Architekt Albin Sigrist (FDP) räumt ein, dass man in Sachen Energiestandard nachbessern müsse. Kostenmässig werde das im Gesamtkredit Platz haben. Und bereits in der Abstimmungsvorlage musste der Gemeinderat mitteilen, dass der Einbau eines Notausganges aus feuerpolizeilichen Gründen Zusatzkosten von bis zu 9000 Franken zur Folge haben wird. Auch das habe jedoch im Budget Platz, meint Sigrist. Nötigenfalls werde man anderswo Abstriche machen. Inzwischen stehe auch fest, dass die drei provisorischen Schulpavillons dem Projekt des Schulhausneubaus weichen müssten, sagt Sigrist. Die SVP hätte diese ab 2014 gerne als kostengünstigere Alternative für den Jugendtreff genutzt. Der Ausgang der Abstimmung wird mit Spannung erwartet. Schulpräsident Albin Sigrist wagt keine Prognose. Und was bei einem Nein passieren würde, weiss er auch noch nicht. Er ist jedoch überzeugt, dass diese Investition in die Jugend sinnvoll ist. Denn, so sagt er, «Rafz ist auch keine heile Welt mehr. Die Jugendprobleme nehmen zu, und das beunruhigt mich, auch wenn wir nicht mehr Probleme haben als anderswo.»

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