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Der Kanton will keine Parkplätze auf dem Trottoir

Stäfa wollte beim Sunneschy Parkplätze auf dem Trottoir. Weil der Kanton Nein sagt, drückt die Gemeinde bei Falschparkern ein Auge zu.

Das Verkehrschaos bleibt ein Problem Von Petra Schanz Stäfa – Die Verkehrssituation im Stäfner Kehlhof gibt immer wieder Anlass zu Unmut: Auf der Seestrasse fahren in diesem Abschnitt die Autos zu schnell. Weil viele Fussgänger auf dem Weg in den Sunneschy die Seestrasse nicht auf dem Zebrastreifen, sondern beim Mühlerain überqueren, kommt es zu Unfällen. An schönen Sommertagen wollen alle in den Sunneschy gehen – ein Grossteil mit dem Auto. Parkplätze sind kaum vorhanden. Und so stehen die Wagen halb auf dem Trottoir, halb auf dem Radstreifen. Auch die Betreiber der Villa Sunneschy (siehe Artikel links) freut es wenig, dass Badegäste ihr Auto auf den Parkplätzen des Bistros abstellen. «Vor allem wenn wir einen Saal vermietet haben und dazu noch die Sonne scheint, ist die Seestrasse schnell überfüllt und das Quartier verstopft», sagt Geschäftsführer Harry Müntener. Auch die Gemeinde ist sich dieser Problematik bewusst. Parkplätze beim Sunneschy seien aber keine in Planung. Eigentlich habe man auch die heutigen nicht gewollt, weil man damit noch mehr Autofahrer anziehe, sagt Gemeindeschreiber Daniel Scheidegger. «Wir hätten lieber, dass jedermann weiss: In den Kehlhof muss man zu Fuss, per Velo oder mit dem ÖV.» Heute ist man aber baurechtlich verpflichtet, bei einem Um- oder Neubau Parkplätze zu erstellen, und so entstanden 1999 bei der Renovation der Villa Sunneschy die heutigen Autoabstellplätze. Da an heissen Sommertagen sowieso jeder auf Trottoir und Radstreifen parkiert, wollte die Gemeinde dies an solchen Tagen legalisieren. Eine temporäre Signalisation hätte das Parkieren ausnahmsweise erlaubt. Die Kantonspolizei war dagegen. In der Folge schlug die Gemeinde dem Kanton Parkplätze auf dem Trottoir vor, wie es sie etwa bereits in Männedorf unterhalb des Spitals gibt. Wieder ein Nein des Kantons: Das Trottoir sei zu wenig breit. Stäfa schlug vor, die Kosten für die Gehsteigverbreiterung zu übernehmen. Doch auch dieser Vorschlag fand kein Gehör. Die Seestrasse würde durch eine Trottoirverbreiterung zu schmal. Busse nur bei Beschwerde Eine schmalere Seestrasse könnte auch positive Auswirkungen haben. Da beim Kehlhof viele Leute die Strasse überqueren, kommt es vermehrt zu Unfällen. Ende Juli starb eine 44-jährige Fussgängerin, weil sie von einer Autofahrerin übersehen worden war (TA vom 2. 8.). Wäre die Seestrasse schmaler, würde dies die Autofahrer dazu animieren, langsamer zu fahren. Einen Fussgängerstreifen bei der Ausfahrt Mühlerain hatte der Kanton abgelehnt. Der Übergang an der Ebnetstrasse müsse reichen, hiess es. Im Zuge der Verlegung der Ebnet–strasse (siehe Artikel oben) wird dieser zur neuen Einmündung hin verlegt. Zudem gibt es eine Verkehrsinsel. Dies dürfte die Situation etwas entschärfen. Keine Lösung gibt es für das Parkplatzproblem. «Wir warten darauf, dass der Kanton einsichtig wird», sagt Scheidegger. Bis dahin muss die Gemeinde Falschparker büssen. «Allerdings nur, wenn wir eine Beschwerde bekommen.» Extra fahre man nicht hin. Wenn der Zebrastreifen verlegt wird, gibts eine Verkehrsinsel. Foto: Sabine Rock

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