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Der Gemeindeschreiber weiss alles über Kyburg

In 33 Geschichten beleuchtet Gemeindeschreiber Martin Lee das Leben in Kyburg über die Jahrhunderte hinweg.

Von Till Hiemer Kyburg – Es gibt wohl nur ganz wenige Zürcher, die es nicht schon mal anlässlich einer Schulreise auf die Kyburg verschlagen hat. Schliesslich ist sie nicht nur die grösste und bedeutendste Burg zwischen Limmat und Bodensee; sie ist auch ein Kulturdenkmal von nationaler Bedeutung. Und mit der Eisernen Jungfrau verfügt sie über ein berühmt-berüchtigtes Folterinstrument, das ihre Besucher erschauern lässt. In ihrer Geschlossenheit und Urtümlichkeit verkörpert die Kyburg den Idealtypus einer mittelalterlichen Dynastienburg inklusive Bergfried, Palas, Ritterhaus, Kapelle, Ringmauer, Zwinger und Gräben. Gleichzeitig lässt sich am Ausbau und an der Gestaltung des Innern die Entwicklung der Anlage zum Landvogteisitz ablesen. Vor Ort werden den Besuchern 800 Jahre Baugeschichte auf kleinstem Raum vermittelt. Der Kyburger Gemeindeschreiber Martin Lee hat sich in den vergangenen zehn Jahren intensiv in die Geschichte der unzähligen Grafen sowie des Schlosses eingelesen. Doch das Wort «Kyburg» steht ja nicht nur für Letzteres, sondern auch für das gleichnamige Dorf, welches meistens über der Nebeldecke liegt und dessen Ortsbild so intakt geblieben ist wie kaum ein zweites im Kanton Zürich. Auch dessen Entwicklung ist Lee akribisch nachgegangen – alles in seiner Freizeit notabene. In seinem Buch «Kyburg in 33 Geschichten» schlägt er auf 224 Seiten einen Bogen bis zur Gegenwart. Dabei beantwortet er etwa Fragen zum harten Alltag der Grafen, zur militärischen Funktion des Ortsteils Ettenhusen im 17. Jahrhundert, zum Kampf der Billiker um sauberes Trinkwasser, zum Ringen mit der Stadt Winterthur um eine neue Tössbrücke oder auch zur leidvollen Umwandlung des alten Schulhauses zum Gemeindehaus. Der Leser erfährt Näheres zu wichtigen Bauten oder Persönlichkeiten – wie etwa zum einheimischen Bundespräsidenten Wilhelm Friedrich Hertenstein (1825–1888). Und neben Kurzgeschichten aus dem Alltag, die zum Schmunzeln oder Nachdenken anregen, handelt Lee auch Themen wie Schule und Verkehr ab. Den Einband des Buchs ziert ein Rittersiegel des Herzogs Albrecht von Österreich vom 14. Januar 1446. Über 190 Fotos, Stiche und Urkunden, darunter zahlreiche Raritäten, die teilweise erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, vervollständigen das Werk. Für 39 Franken ist es in der Gemeindeverwaltung zu haben. Martin Lee mit seinem Buch über das Schloss und die Gemeinde Kyburg. Foto: Nicolas Zonvi

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