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Der Furttaler Most ist preisgekrönt

Heinrich Marthaler aus Dänikon stellt jährlich rund 25 000 Liter Apfelsaft her. Sein eigener wurde schon einige Male ausgezeichnet.

Von Sarah Sidler (Text)und Peter Würmli (Bilder) Dänikon – Das Geheimnis eines guten Apfelsaftes sind frische, saubere und reife Früchte. Heinrich Marthaler muss es wissen: Seit 35 Jahren mostet der Däniker auf dem eigenen Hof. Vorher hat der 56-Jährige jahrelang seinem Vater geholfen. Zwischen August und November mostet der Gemeindearbeiter zwischen zwei und drei Tagen pro Woche. Während früher noch mit einer Holz- und dann mit einer Packpresse gearbeitet wurde, presst er heute den Saft mit einer modernen Siebbandpresse aus den Früchten. Die Familie Marthaler besitzt 60 hochstämmige Obstbäume – darunter einige, die man heutzutage nur noch selten sieht. Einmal pro Woche werden alle Äpfel und Birnen zusammengelesen: «Wir nehmen nur die reifen Früchte vom Boden auf, das macht den guten Geschmack des Safts aus», sagt Marthaler. Unter seinen Bäumen befinden sich seltene Sorten wie Boskoop, Sauergrau, Schweizer Orange, Berner Rose und Spartau. Auch die raren Uster-Äpfel findet man noch auf Marthalers Hof. Mit Birnensaft gemischt «Dieses Jahr trugen die Bäume nicht so viele Früchte wie auch schon», sagt Marthaler. Der Ertrag könne stark variieren. Einige Bäume geben in manchen Jahren überhaupt keine Früchte ab. Und einer der Bäume trägt in einem Jahr auf der rechten Hälfte, im nächsten auf der anderen. In einem guten Jahr gibt ein Baum bis zu 800 Kilogramm Äpfel her. 100 Kilogramm Äpfel ergeben ungefähr 75 Liter Saft. Auch die Birnen werden vermostet: «Etwa zehn Prozent Birnensaft gehören in einen guten Apfelsaft», sagt Marthaler. Rund 10 000 Liter eigenen Most stellt er jährlich her. Diesen verkauft er während des ganzen Jahres ab seinem Hof. Doch bei ihm zählt nicht die Quantität: «Ich moste als Hobby», sagt Marthaler. «Dazu gehört, dass ich meine besten Obstsäfte jährlich von einer kantonalen Fachjury testen lasse.» Marthaler schickt aber keine Spezialmischungen ein: Er nimmt wöchentlich eine Probe von seinen Säften. Diese werden von der ganzen Familie degustiert, und die drei besten werden eingereicht. Fruchtig muss er sein Die besten Säfte des Kantons Zürich werden an die Schweizer Meisterschaft geschickt. Dort hat der Däniker bereits drei Medaillen geholt: eine silberne und drei bronzene. Marthaler sass selbst jahrelang in der Jury. Für ihn muss ein Saft fruchtig sein: «Im Sommer darf er etwas säuerlicher schmecken als im Winter. Dann mag ich ihn süsser.» Wie bei den Weinen werden Geruch, Geschmack und der Gesamteindruck begutachtet. Auch der Öchslegrad, der den Zuckergehalt angibt, wird gemessen. Marthaler mostet aber nicht nur für sich, sondern für das ganze Furttal. Sogar von Rümlang, Neerach und dem Kanton Aargau bringen Privatpersonen ihre Früchte nach Dänikon, um sie dann in gepresster Form wieder abzuholen. Dabei achtet Marthaler streng darauf, dass jeder den Saft seiner eigenen Früchte bekommt. Sie befinden sich auf seinem Hof derzeit in verschiedensten Behältern, diversen Grössen und Farben. Alle sind mit dem Namen der Besitzer vermerkt. Je nach Wunsch stellt Marthaler den Saft trüb oder klar her. Mit Enzymen und Gelatine wird er in einigen Stunden klar. Marthaler und seine Familie pasteurisieren und füllen den Most dann von Hand in Literflaschen und 25-Liter-Behälter ab. Heinrich Marthaler lässt die Früchte durch die Siebbandpresse (unten links) und füllt den Saft manuell in Beutel ab.

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