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Der erste diplomierte Popmusiker

Mit einem Konzert im Zürcher Club Moods schliesst der Dielsdorfer Dave Demuth sein Studium ab.

Von Caroline Bossert Dielsdorf – Wenn Dave Demuth aus Dielsdorf heute Abend mit 30 professionellen Musikern im Zürcher Club Moods ein Konzert gibt, tritt er damit gleichzeitig seine Abschlussprüfung an. Denn der 31-jährige Dielsdorfer studiert Popmusik an der Hochschule der Künste. Nach dem Konzert wird er zu den ersten fünf Studenten gehören, die die neue Studienrichtung abschliessen. Demuth hat sich keine einfache Abschlussarbeit ausgesucht. Er hat Stücke der drei Zürcher Singer-Songwriter Adrian Weyermann, Fiona Daniel und Valeska Steiner für ein 25-köpfiges Orchester arrangiert und ein Filmmusikthema dazu geschrieben. «Da kann man groovige, spannungsgeladene Stücke wie bei James Bond heraushören, aber auch romantische Sachen mit wuchtigen Streicherklängen», sagt der Popstudent. Der Aufwand sei enorm gewesen. Alleine schon Musiker aufzutreiben, die gratis mitmachen, habe gut ein Jahr beansprucht. Demuth hat am Schluss einen Dirigenten, 13 Streicher, 7 Bläser und je eine Besetzung für Harfe, Klavier, E-Gitarre, Perkussion und Schlagzeug zusammengetrommelt. Selber wird er die Basssaiten zupfen. Schon seine Dozenten hätten Demuth vor dem Grossprojekt gewarnt. «Aber es war meine einzige Chance, etwas mit Filmmusik zu machen. Mich fasziniert diese Art von Musik, wie sie Emotionen erzeugt und Stimmungen untermalt», sagt Demuth euphorisch. Musik für Gotthard Demuth komme es heute Abend vor allem darauf an, dass die Musiker Spass haben und die Musik dem Publikum gefällt. «Wenn das Konzert gut ankommt, würde ich es gerne auf weiteren Schweizer Bühnen aufführen. Das wäre schon ein grosser Traum.» Weniger wichtig sei ihm die Note, die er für die Aufführung erhalten wird. «Bei uns ist es ja nicht so, dass wir mit dem Diplom hinausspazieren und uns bei Bands, Musicals oder für Studiojobs bewerben.» Was zähle, seien ein grosses Beziehungsnetz und viele Referenzen. Davon kann der Popstudent schon einige vorweisen. So hat er für Ringier und für den Flughafen kleine Trailer produziert. Bei Gotthards letztem Auftritt mit Steve Lee an den Miss-Schweiz-Wahlen 2010 hat er das Arrangement für die Streicher geschrieben. Leben konnte er von den Aufträgen aber bislang nicht. Für den Unterhalt der kleinen Familie – Demuth hat einen elf Monate alten Sohn – sorgte bislang seine Frau Bettina, die als Primarlehrerin arbeitet. «Sie hat mir erst das Studium ermöglicht», sagt er dankbar. Für das Leben im Zeichen der Musik hat sich der gebürtige Rafzer erst mit 25 Jahren entschieden. Zuvor hatte er eine kaufmännische Ausbildung absolviert. «Ich habe einfach nebenher immer schon extrem viel Musik gemacht. Als es dann plötzlich den Studiengang in Popmusik gab und ich sogar einen der fünf Studienplätze erhalten habe, da war die Entscheidung für mich klar.» Lieber der Geheimnisvolle Vor zwei Jahren schloss der Dielsdorfer das Bachelor-Studium mit der Bestnote ab und erhielt die Gelegenheit, am Montreux Jazz Festival vor Hunderten Zuschauern aufzutreten. «Das war ein tolles Gefühl. Selbst das Schweizer Fernsehen hat über uns berichtet», erzählt er mit glänzenden Augen. Dabei stehe er nicht gerne im Rampenlicht. «Als Bassist ist man ja sowieso eher der Geheimnisvolle im Hintergrund», sagt er und lächelt verschmitzt. Wo es ihn nach dem Abschluss hinführen wird, weiss Demuth noch nicht. Am liebsten wäre ihm ein Mix aus allem. Ein bisschen Produzent, ein bisschen Studiomusiker, ein bisschen Werbesongs schreiben oder grössere Arrangements und ein bisschen mit einer kleinen Band herumtouren. Nur eines steht fest: «Ich möchte ein Fixpensum, entweder als Musiklehrer oder auch im KV-Bereich.»Weitere Infos unter www.moods.ch Dave Demuth Der 31-jährige Bassist aus Dielsdorf studiert Popmusik an der Hochschule der Künste.

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