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Den Firmenchef abgesetzt – zum Üben

Gymnasiasten der Kanti Enge haben eine Firma gegründet. Sie verkauft Spannungswandler fürs Auto. Alles nur als Übung.

Von Christian Ritsch Adliswil – Matteo Moser macht einen selbstsicheren Eindruck. Obwohl er erst 18 Jahre alt ist, redet er schon wie ein Profi. Wie selbstverständlich jongliert er mit Begriffen wie Partizipationsscheine und Aktien. Dank seiner Sachkenntnis wurde er Finanzchef der Übungsfirma TransFormX. Zusammen mit fünf Klassenkameraden verkauft er Spannungsumwandler – büchsengrosse Geräte, die man im Auto einstecken kann, um etwa Laptops zu laden. Matteo Moser besucht die Abschlussklasse der Kantonsschule Enge. Im Rahmen des Projekts «Kette Wirtschaft» nimmt er am Wirtschaftsbildungsprogramm der Non-Profit-Organisation YES (Young Enterprise Switzerland) teil. Von der Produktfindung bis zum Abschlussbericht des Geschäftsjahres müssen die sechs Schüler alles selber machen. Matteo Moser hat sehr viel Zeit ins Projekt investiert. «Mal schnell ein Unternehmen gründen, klingt simpel – ist es aber nicht», sagt der Adliswiler. Selbst die Rollenverteilung bereitete Kopfzerbrechen. Zunächst wählte jeder einen Posten, der sich mit seinem Vorwissen und seinen Talenten am besten vereinbaren liess. Dabei entstanden auch Konflikte: «Den ursprünglichen CEO haben wir nach einigem Hin und Her basisdemokratisch abgesetzt, weil der viel plapperte, aber wenig leisten wollte», sagt Moser. Bei dieser Personalentscheidung hat er gelernt, mit schwierigen Arbeitskollegen eine klare Meinung zu vertreten. «Den Chef abzusetzen, ist in einer Schülerfirma noch gut möglich. Im echten Berufsleben aber meist viel schwieriger umzusetzen», sagt der Adliswiler. Das Startkapital von 1200 Franken haben die sechs von Familien und Freunden bekommen. Die Vermarktung erfolgt mittels Flyer. Der Verkauf jedoch verläuft trotz der hohen Motivation noch schleppend. Von den 30 Spannungsumwandlern hat TransFormX erst ein Drittel verkauft. Mit dem Sommergeschäft sollen die Absatzzahlen aber deutlich ansteigen, ist sich Matteo Moser gewiss. Bei YES hat es schon Übungsfirmateilnehmer gegeben, die nach dem Projektjahr den Schritt ins freie Unternehmertum gewagt haben. Moser: «Das wäre echt cool, doch vorerst mach ich nach der Matura ein Praktikum bei der ZKB. Das erscheint mir dann doch sicherer.» Matteo Moser Der Adliswiler Gymnasiast hat am Bildungsprogramm von Young Enterprise Switzerland (YES) teilgenommen.

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