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Das zweithöchste Gebäude der Schweiz entsteht in Dübendorf

Ein Zürcher Unternehmen plant im Westen der Stadt ein 114 Meter hohes Wohn- und Geschäftshaus. Der Stadtrat hat den Gestaltungsplan dazu genehmigt.

Von Walter von Arburg Dübendorf – In Zürich wird derzeit das höchste Gebäude der Schweiz, der 126 Meter hohe Prime Tower, fertiggestellt. Lange werden sich die Zwingli-stadt und ihr Glaspalast der uneingeschränkten Aufmerksamkeit nicht erfreuen können. Denn in Dübendorfs Westen, in der Nähe des Wohnlands, wird ein zwar leicht niedrigeres, dafür architektonisch mindestens so auffälliges Hochhaus gebaut. An der Giessenkreuzung, an der sich die viel befahrene Überland- und Ringstrasse und ab Dezember die Glattalbahn in die Quere kommen, wird das Zürcher Planungs- und Architekturbüro K-Werkstatt einen Gebäudekomplex mit einer Nutzungsfläche von 47 250 m2 errichten. Den dafür nötigen privaten Gestaltungsplan hat der Dübendorfer Stadtrat genehmigt. Wahrzeichen der Anlage ist ein 114 Meter hoher Geschäfts- und Wohnturm gleich an der Kreuzung. Augenfällig ist aber nicht allein die Höhe des Wolkenkratzers, sondern die Architektur der gesamten Überbauung. Der Turm wird von zwei je 30 Meter hohen Gebäuden flankiert, die als Lärmschutz für die dahinterliegenden Wohnbauten dienen. Im Innern des 25 000 m2 grossen Geländes entsteht eine sogenannte Kammüberbauung. Drei parallel stehende Hochhäuser ragen dabei über die Glattalbahn hinaus. Alle Bauten wirken optisch wie aus überdimensionalen Bauklötzen zusammengesetzt und erinnern mit ihren markanten Zwischenräumen an den Computerspielklassiker Tetris. Die Assoziation ist laut K-Werkstatt-Geschäftsführer Angelo Labate nicht abwegig. Gleichzeitig warnt er vor verfrühter Fixierung auf diese Erscheinungsform. Die Architektur stehe erst fest, wenn das Bauprojekt ausgearbeitet sei. 40 Prozent Wohnanteil Damit die Überbauung am heutigen Stadtrand nicht zu einer Retortenstadt verkommt, hat der Dübendorfer Stadtrat Auflagen gemacht. So hat er aufgrund einer Expertise einen Wohnanteil von mindestens 40 Prozent festgeschrieben. «Dieser Wert ist nötig – wegen der sozialen Kontrolle und des Wohlbefindens in der Gegend mit dem Turm und den dahinterliegenden Wohnquartieren», erklärt Stadtpräsident Lothar Ziörjen (BDP). «Wir sind überzeugt, dass sich die Wohnkultur in unserer Stadt mit der Glattalbahn, der Neuausrichtung des Hochbords und mit Projekten wie jenem an der Giessenkreuzung in den nächsten Jahren massiv verändern wird. Wir hoffen, dass wir damit auch das Rotlichtmilieu wieder aus dem Industriegebiet treiben können.» Festgeschrieben hat der Stadtrat auch die maximale Verkaufsfläche. Sie wurde aufgrund mehrerer kritischer Eingaben nach der öffentlichen Auflage des Projekts im vergangenen Winter von 8000 auf 5000 m2 reduziert. Wegen dieser Reduktion wird die Überbauung maximal 492 unterirdische Parkplätze aufweisen. Dass K-Werkstatt einen Wolkenkratzer bauen darf, hängt nicht zuletzt mit dem westlichen Nachbargrundstück zusammen. Dieses 10 000 m2 grosse Dreieck zwischen Glatt, Ring- und Überlandstrasse liegt zwar in der Bauzone; weil es aber verkehrstechnisch nicht zu erschliessen ist, wurde seine Ausnutzungsziffer auf die Giessenparzelle übertragen. Es wird in die Freihaltezone umgezont und bleibt als grüner Erholungsraum erhalten. Nachdem nun der Stadtrat den Gestaltungsplan genehmigt hat, wird sich als Nächstes die Kommission für Raumplanung und Landgeschäfte über das Geschäft beugen. Bereits grünes Licht hat das Projekt vom Kanton erhalten. Laut Baudirektion erfüllt es alle Auflagen. Vermutlich im Frühjahr 2011 wird der Gestaltungsplan dem Gemeinderat unterbreitet. Danach wird das Bauprojekt ausgearbeitet. Der Bau dürfte dann rund zwei Jahre in Anspruch nehmen. Die Architektur des schlanken Hochhauses erinnert an den Computerspielklassiker Tetris. Visualisierung: PD

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