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Das neue Spital mit seinen zwei Standorten ist billiger

Die Fusion des Zimmerberg-Spitals mit dem Spital Sanitas zum See-Spital hat sich für die Verantwortlichen gelohnt: Sie konnten Synergien nutzen und Kosten senken.

Von Thomas Zemp Horgen/Kilchberg – Zum ersten Mal hat sich Walter Bosshard, Präsident des Stiftungsrats des See-Spitals, auf die Liste der Gesundheitsdirektion gefreut: Sein See-Spital steht bei den durchschnittlichen Fallkosten im Vergleich zu den anderen Zürcher Spitälern (ohne die universitären Spitäler) gut da. Die Verantwortlichen in Horgen finden ihr Institut auf dem 6. Rang und lassen acht andere hinter sich (siehe auch Seite 17). Ein stationärer Fall im See-Spital hat im vergangenen Jahr 8515 Franken gekostet. Bis anhin lagen das Spital Zimmerberg und das Spital Sanitas in Kilchberg in der Rangliste weit hinten. «Wir hatten uns immer vor der Veröffentlichung der Liste gefürchtet und uns gefragt: Ist sie wirklich nötig?» Richtiger Schritt Für Bosshard beweist diese Verbesserung den Erfolg der Fusion der beiden Spitäler im Bezirk Horgen. «Wir haben zum richtigen Zeitpunkt den richtigen Schritt getan», sagte er gestern an einer Pressekonferenz. Die Fusion war vor Jahresfrist von den zwölf Trägergemeinden aus dem Bezirk bewilligt worden. Zum See-Spital fusioniert sind die beiden Spitäler zu Beginn dieses Jahres, doch schon im vergangenen Jahr standen die beiden Gesundheitshäuser unter einem gemeinsamen Management. Das hat sich bereits auf die Kosten ausgewirkt: Im Vergleich zum Vorjahr konnte das Spital Sanitas 2 Millionen Franken einsparen und das Spital Zimmerberg knapp eine halbe Million Franken. «Der Schritt in Richtung Konkurrenzfähigkeit ist gelungen, und das ist wichtig für ein Spital», sagt Bosshard. «Wir haben eine gute Chance, uns in Zukunft zu behaupten.» Auch See-Spital-Direktor Markus Gautschi bezeichnet die Fusion als richtig und gelungen. Die Kosten dafür seien auf 4,5 Millionen Franken veranschlagt gewesen, schliesslich werde sie gegen eine halbe Million Franken weniger kosten. Zudem weise das See-Spital ein Wachstum der Fallzahlen von 3 Prozent aus und liege damit ein halbes Prozent über dem kantonalen Schnitt. Als grösseres Spital könne man vor allem beim Einkauf nun ganz anders auftreten und bessere Konditionen aushandeln, sagte Gautschi. Synergien hätten sich auch in der Führung und Verwaltung ergeben. Davon würden die Patienten aber nichts spüren.Am Standort Horgen wird die regionale Grundversorgung angeboten mit Notfallstation, Intensivstation, innerer Medizin, Chirurgie und Geburtsabteilung. Der Standort Kilchberg spezialisiert sich als überregionaler Anbieter für Gebiete wie Orthopädie, Urologie oder Augenheilkunde. Alle haben eine Stelle Doch auch auf der personellen Seite betrachtet der Spitaldirektor die Fusion als einen Erfolg. Die grössten Probleme habe er bei der Geburtenabteilung gehabt, sagt Gautschi. Darüber war im Vorfeld zu den Fusionsabstimmungen in den Gemeinden auch am meisten diskutiert worden. Die Geburtenabteilung in Kilchberg wurde geschlossen – neu gibt es nur noch in Horgen eine. Intern habe man die Probleme mit Gesprächen beseitigen können. Auf der Patientenseite lösen die emotionalen Diskussionen aber offenbar eine Reaktion aus: Gautschi sagt, in einer konservativen Rechnung habe er für dieses Jahr in Horgen 650 Geburten vorausgesehen, momentan liege der Trend aber bei 600. Die Personalfluktuation im gesamten Spital sei durch die Fusion aber nicht angestiegen, sagte Gautschi. Für die Mitarbeitenden, die entlassen werden mussten oder selber kündigten, sei intern oder extern eine neue Lösung gefunden worden. Bosshard sagte: «Eine Fusion, die schüttelt alle durch.» Alle seien in dieser Zeit gefordert gewesen. Und zwei unterschiedliche Kulturen zusammenzubringen, sei immer schwierig. So gab es in Kilchberg das Belegarztsystem, in Horgen aber das Chefarztsystem. «Wir haben eine gute Chance, uns in Zukunft zu behaupten.» Walter Bosshard, Stiftungsratspräsident Freuen sich über die Fusion: Spitalpräsident Walter Bosshard (l.) und Direktor Markus Gautschi. Foto: Sabine Rock

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