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Das Ende einer Odyssee und die Note 5 der «Gazzetta»

GloBall Das Debüt von U-17-Weltmeister Pajtim Kasami in der Serie A Von David Wiederkehr Keine fünf Monate ist es her, dass er wie ein Häufchen Elend im Comunale von Bellinzona stand. Wenige Minuten zuvor hatte Pajtim Kasami mit einem grandiosen Fehler die späte 1:2-Niederlage seiner ACB gegen die Grasshoppers eingeleitet und die Entlassung von Trainer Alberto Cavasin heraufbeschworen. «Daran bin einzig und allein ich schuld», sagte der Schweizer U-17-Weltmeister und vergass in seiner Selbstabrechnung, dass ihn Cavasin auf einer für ihn ungewohnten Position gebracht hatte, als linken Aussenverteidiger. Kasami jedoch ist Mittelfeldspieler, kreativ und sehr robust, ausgebildet beim FC Winterthur und bei GC. Aber Kasami wollte mehr, nach Europa. Er ging nach Liverpool, später zu Lazio Rom, aber fasste nirgends Fuss. Im vergangenen November sorgte er in Nigeria für Furore und wollte nach diesem Triumph bessere Perspektiven bei Lazio: einen Platz in der ersten Mannschaft. Als ihm dieser nicht zugestanden wurde, erzwang er den Wechsel zu Bellinzona. Und nachdem er eine halbe Saison im Tessin gespielt hatte, wollte er auch gleich wieder weg – aber nicht zu GC, zum FCZ oder einem anderen interessierten Klub aus der Super League. Sondern ins Ausland. Kein Zweifel: Mit Kasami war ein 18-jähriger Mann zwanghaft auf der Suche nach dem Glück. Nun scheint er es bei der US Palermo gefunden zu haben. Finanziell sowieso, der Fünfjahresvertrag mit den Sizilianern ist gut dotiert für einen Spieler seines Alters. Aber auch sportlich: Mit zwei Kurzeinsätzen in der Qualifikation zur Europa League gegen Maribor überzeugte er Palermo-Trainer Delio Rossi so sehr, dass er beim Saisonauftakt gegen Cagliari von Beginn zum Einsatz kam. Und mit 18 Jahren und 88?Tagen avancierte Kasami zum jüngsten Schweizer mit einem Einsatz in einer grossen europäischen Liga. Johan Vonlanthen war bei seinem Debüt für den PSV Eindhoven drei Monate älter als der Winterthurer nun. Und er ist der erste U-17-Weltmeister, der im Ausland debütierte. Weiter als Nassim Ben Khalifa Die Kritiken nach dem 0:0 waren indessen durchzogen. Von der «Gazzetta dello Sport» erhielt Kasami die Note 5 – die tiefste aller Palermo-Spieler. Seine Teamkollegen denken anders über ihn. Stürmer Abel Hernandez beispielsweise sagte überschwänglich: «Es ist klar zu sehen, dass hier ein grosser Spieler heranwächst.» Trotzdem ist wahrscheinlich, dass Kasami wieder aus der Startformation fällt, sobald der defensive Mittelfeldspieler Fabio Liverani von Rückenbeschwerden genesen ist. Kasami genoss sein Debüt in der Serie A, ohne daran zu denken. «Vor dem Spiel war ich sehr aufgeregt und nervös, aber es war eine wunderbare Erfahrung», sagte er. Er reist mit grossem Selbstvertrauen in die Schweiz zurück, nach Lugano, wo die U-21-Auswahl am Freitag gegen Irland um die Teilnahme an der EM-Barrage spielt. Kasami ist der jüngste Spieler im Aufgebot von Trainer Pierluigi Tami, immerhin wird er auf den gleichaltrigen Nassim Ben Khalifa treffen, den einstigen Teamkollegen bei der U-17. Anders als Kasami in Palermo ist Ben Khalifa in Wolfsburg noch lange kein Thema für die erste Mannschaft. Pajtim Kasami. Bildlegende Text. Foto: Vorname Name, Agentur

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