Zum Hauptinhalt springen

Chronologie einer Jagd

Ein Bäretswiler Fotograf zeigt ungewöhnliche Bilder aus seinem Garten.

Von Isabel Heusser Bäretswil – Der Fuchs steckt seine Schnauze tief in den Schnee, zuckt zurück, springt in die Luft, startet einen erneuten Angriff und fängt die Maus schliesslich. Eine halbe Stunde dauert das Schauspiel. Es sind Szenen, wie man sie aus einem Tierfilm kennt; der Bäretswiler Fotograf Klaus Hoffmann hat sie mit der Kamera in seinem Garten festgehalten, hoch oben in Wappenswil. Nun stellt er seine Bilderserie bei Musik Burkhalter in Wetzikon aus. Hoffmann nennt das Tier seinen «schlauen Fuchs», und er erinnert sich immer noch gerne daran, wie die Aufnahmen entstanden. Damals, an Ostern 2008, war Schnee gefallen, weshalb Hoffmann die Eier für seine Tochter im Haus verstecken musste. «Ich sagte ihr, der Fuchs würde sie sonst fressen.» Dass Füchse oder gar Dachse und Rehe vor dem Haus auftauchen, komme schliesslich immer wieder vor. Und tatsächlich: Plötzlich entdeckte der gebürtige Deutsche einen Fuchs im Schnee, der versuchte, eine Maus aus ihrem Versteck zu jagen. Er ging in den zweiten Stock und fotografierte den Fuchs von oben. Ein Knacks, und das Tier ist weg Aus rund 200 Fotos produzierte er anschliessend eine Bilderserie mit 33 Fotografien. Mit dieser Idee hatte er Erfolg: An der Zürcher Ausstellung «Photo 09», wo er einen Teil seiner Bilder ausstellte, konnte er einige davon verkaufen. Ein Freund machte ihn später darauf auf wissenschaftliche Erkenntnisse über die Jagdtechnik von Füchsen aufmerksam. «Füchse lokalisieren ihre Beute mithilfe des Erdmagnetfelds», erklärt Hoffmann. «Sie bewegen sich bei ihren Sprüngen oft in Richtung Nordosten und fangen so ihre Beute einfacher.» Seit er das weiss, ist er sich sicher, dass auch sein Fuchs nach Nordosten gesprungen ist. Hoffmann hat schon als Kind im Wald einmal Stunden vor einem Fuchsbau gewartet, um schliesslich Jungtiere beim Spielen in der Sonne zu beobachten. «Ich habe gelernt, wie man sich unauffällig und leise verhält. Ein Knacks von einem Ast, und schon ist das Tier weg.» Noch heute verbringt er viel Zeit allein im Wald. «Nicht nur zum Fotografieren, sondern um zu entspannen.» Vernissage: Freitag, 11. Februar, 18 Uhr bei Musik Burkhalter in Wetzikon. Der Fuchs grub im Schnee nach der Maus, vollführte wilde Luftsprünge und erwischte seine Beute schliesslich.Fotos: Klaus Hoffmann

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch