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«China spricht von‹Einmischung› und mischt sich selbst überall ein»

FriedensnobelpreisPeking wütend über Nobelpreis,TA vom 11. Dezember; Der wichtigste Preis der Geschichte, TA vom 10. Dezember Boom dank Unterdrückung. Der Vorsitzende des norwegischen Nobelpreiskomitees sagte, der Friedensnobelpreis mache deutlich, dass sich China nicht nur wirtschaftlich, sondern auch politisch weiterentwickeln müsse. Dabei verkennt er aber – wie fast alle in dieser Debatte –, dass die Menschenrechtsverletzungen gerade eben fundamentaler Teil dieser wirtschaftlichen Entwicklung sind. Ohne die Unterdrückung der Arbeiter, ohne die politische Verfolgung von Menschenrechtsaktivistinnen wäre China niemals zur heutigen wirtschaftlichen Stärke gelangt. Nur weil die Bevölkerung durch Einschüchterungen, Verhaftungen und Zensur daran gehindert wird, sich zu informieren und sich zu wehren, ist es überhaupt möglich, dass China so günstig produzieren und die restliche Welt mit seinen billigen Produkten überschwemmen kann. Aus diesem Grund ist es sehr zynisch, wenn westliche Regierungsvertreter oder sogar Menschenrechtsorganisationen einerseits die Unterdrückung der Bevölkerung anklagen, andererseits aber die wirtschaftliche Entwicklung Chinas loben. Es wird Zeit, dass demokratische Forderungen nicht länger losgelöst von den wirtschaftlichen Entwicklungen betrachtet werden – egal ob in China oder in der Schweiz! Kristina Schüpbach, Winterthur Paranoide Reaktionen. Wenn man sich über die heftige Reaktion Chinas auf die Friedensnobelpreisverleihung wundert, braucht man sich nur zu überlegen, weshalb etliche westliche Staaten derart paranoid auf Wikileaks reagieren und wohl einen Friedensnobelpreis für Julian Assange nächstes Jahr auch nicht positiv aufnehmen würden. So verschieden sind die beiden Reaktionen gar nicht. Rainer Hauser, Thalwil China setzt Staaten unter Druck. Auf jede Kritik an Menschenrechtsverletzungen in China reagiert die chinesische Regierung mit dem Argument der «Einmischung in innere Angelegenheiten». Was tut China? Überall auf der Welt, wo jemand den Dalai Lama begrüsst, etwas pro Tibet sagt oder schreibt, wird die ganze Nation unter Druck gesetzt, bedroht oder bestraft. China mischt sich überall ein und will offenbar nicht merken, dass es damit die Kritik bestätigt. Glücklich, wer in einer Demokratie leben darf, wo man einen solchen Leserbrief schreiben kann. Yvonne Helweg, Zürich «Demokratische Forderungensollten nicht länger losgelöst von den wirtschaftlichen Entwicklungenbetrachtet werden.» Thorbjørn Jagland, Vorsitzender des Nobelpreiskomitees, schreitet zur Verleihung des Friedensnobelpreises an den chinesischen Dissidenten Liu Xiaobo.Foto: Reuters

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