Zum Hauptinhalt springen

Blei im Boden –Wald muss weg

Um die Altlasten bei der Schiessanlage Niederglatt zu sanieren, soll ein Stück Wald gerodet werden. Es sei denn, der Schiessstand wird geschlossen.

Von Dominique Marty Niederglatt – Unzählige Gewehrkugeln stecken im Waldboden rund um die Zielscheiben der 300-Meter-Schiessanlage in Niederglatt und belasten den Boden mit Blei. Bis spätestens 2012 muss die Gemeinde diesen Bereich saniert haben. «Dafür ist die Rodung eines Teils des Waldes nötig», sagt Bruno Schlatter, Gemeindeschreiber von Niederglatt. Auf einer Fläche von rund 800 Quadratmetern – das entspricht etwa der Grösse eines Handballfeldes – müssen die Bäume weichen. «Anschliessend wird der Wald wieder aufgeforstet», sagt Schlatter. Ohne Rodung gehe es nicht, «sonst können wir den belasteten Boden nicht vollständig abtragen und entsorgen.» Für die Altlastensanierung rechnet der Gemeinderat mit Kosten in der Höhe von 340 000 Franken. Allerdings sind Beiträge von Bund und Kanton in dieser Summe noch nicht abgezogen. Stilllegen als Variante Die Altlastensanierung bringt die Frage nach der Zukunft der Schiessanlage aufs Tapet. «Ist der Boden saniert, dürfen die Schützen nicht einfach weiterschiessen wie bisher», sagt Schlatter: «Vorher ist auch eine Kugelfangsanierung nötig.» Auch diese kostet Geld. Und bei der Feldschützengesellschaft Niederglatt sind nur rund 30 Aktive eingeschrieben. Allerdings führt der Verein auch das «Obligatorische» durch. «Sanieren oder stilllegen – wir prüfen beide Varianten», sagt Schlatter. Denkbar sei, dass die Niederglatter Schützen auf die Anlagen in Oberglatt oder Oberhasli ausweichen können. «Die Gespräche mit den Nachbargemeinden laufen, noch steht aber nichts fest», sagt der Gemeindeschreiber. Man wisse von den Abklärungen rund um eine mögliche Schliessung der Anlage, sagt Marcel Jorns, Schützenmeister und Vorstandsmitglied der Feldschützengesellschaft Niederglatt. «Wir möchten unsere Anlage aber behalten», sagt er. «Zudem würden wir einen Teil der Kosten übernehmen.» Etwa die Hälfte der Vereinsmitglieder stehe einer Zusammenlegung klar ablehnend gegenüber, sagt Jorns. «Für den Rest wäre eine Nachbarlösung denkbar, doch kommts darauf an, mit wem.» Der Schützenstand in Oberhasli sei zu weit weg für die Niederglatter. «In Oberglatt ist dafür die Aufteilung zwischen Büro und Schiessplätzen nicht optimal gelöst.» Gegen eine Zusammenlegung lokaler Schiessanlagen haben sich Schützenvereine im Unterland schon öfter gewehrt. Im Kanton Aargau hingegen sind die lokalen Schützenstände längst Geschichte; dort schiessen die Schützen aus mehreren Gemeinden heute in grossen regionalen Schiessanlagen. Das entlastet die Gemeinden von Infrastrukturkosten und grosse Teile der Bevölkerung vom Schiesslärm.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch