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Bells Tore und ein dicker Engel

Klotens Kanadier erzielte gegen die ZSC Lions seinen ersten Hattrick in der NLA.

Von Silvan Schweizer, Zürich Mark Bell stutzte, als er sein Geschenk für den besten Spieler abholen sollte. Da stand «Erzbengel Schnadrian», ein fülliger Engel im weissen Kleidchen. «Ich wusste nicht, ob ich ihm die Hand geben oder ihn umarmen musste», sagte der Kanadier und lachte herzhaft. Bell ist es nicht oft vergönnt, als Matchwinner gefeiert zu werden. Seit über einem Jahr spielt er nun in Kloten, er war im Oktober für den wirkungslosen Grant Stevenson gekommen. Seine Verpflichtung war nicht ohne Risiko, steckte Bell doch in einem persönlichen Tief, nachdem er in Kalifornien betrunken einen Verkehrsunfall verursacht und Fahrerflucht begangen hatte. Er wurde mit zwei Monaten gemeinnütziger Arbeit in einem Gefängnis bestraft. Bei den Flyers sorgte er danach fast nie für Wirbel – neben und zur Klotener Enttäuschung auch auf dem Eis. 33?Punkte in 49 Spielen sammelte Bell in seinem ersten Jahr, 21 Punkte in 36 Spielen sind es jetzt. Schon früh hat ihm das Management erklärt, dass es künftig ohne ihn plane. «Das war schon hart, denn ich bin gerne in Kloten», sagte der 30-Jährige. «Aber ich bin jetzt lange genug im Geschäft und weiss, dass so etwas geschehen kann.» Der aberkannte Treffer Er habe zuletzt aufsteigende Tendenz gezeigt, findet Bell. Nur seien die Tore nicht gefallen. In sieben Partien in Folge war er zuletzt erfolglos geblieben. Und auch das gestrige Derby schien nicht sein Abend zu werden. Einmal parierte Sulander bravourös, dann schoss Bell nur an die Latte (26.). Die Wende kam, als die Lions 2:1 führten und sich der nächste ZSC-Treffer anbahnte, doch Schiedsrichter Reiber ihn aberkannte. «Ich dachte, ich hätte den Puck mit dem Bein ins Tor gelenkt. Dabei hatte ihn ein Gegner mit der Hand gespielt», sagte Bell. Diese Situation habe den Flyers neue Energie gegeben. Bell erzielte den Ausgleich mit einem «Buebetrickli» und das Entscheidungstor mit einem Schuss direkt nach einem Bully (57.). Und wie ein Kind habe er sich gefreut, als ausgerechnet er es war, der den Puck ins verlassene ZSC-Tor schieben durfte – zu seinem ersten NLA-Hattrick. «Meinen letzten habe ich wohl irgendwann in der AHL erzielt», sagte Bell. Er wusste, der Moment käme wohl nicht so rasch wieder.

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