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Beim Thema Farlifang sind die Fronten verhärtet

Die Zumiker haben über das Schulzentrum beraten. Nimmt man die Diskussion als Gradmesser, verspricht die Abstimmung einen heissen Spätsommer.

Von Christian Dietz-Saluz Zumikon – Die Zumiker Schulgemeinde möchte aus zwei Schulhäusern eines machen, das Schulzentrum Farlifang. Die Gegner wollen an beiden – Juch und Farlifang – festhalten. Die Schulgemeinde möchte das neue Zentrum für 25 Millionen Franken erneuern und erweitern. Die Gegner finden das viel zu teuer, 9 Millionen für beide Häuser genügten. Die Schulgemeinde möchte das aus ihrer Sicht nicht mehr benötigte Schulhaus Juch der privaten Inter-Community School (ICS) für 30 Jahre im Baurecht überlassen. Die Gegner wollen das Juch nicht ohne Not aus der Hand geben. Nicht an die ICS, die ihnen kein «lieb Kind» ist. Diese Fronten ziehen sich seit über zwei Jahren durch alle Debatten, Zeitungsartikel und Leserbriefspalten. Daran änderte auch die Vorberatung am Dienstagabend nichts. Neue Argumente waren an der anfangs von 323 Stimmberechtigten besuchten Gemeindeversammlung keine zu hören. «Es wird heute nicht über die beiden Vorlagen abgestimmt, nur vorberaten», mahnte Gemeindepräsident Hermann Zangger (SVP) zu Beginn. Diesen Satz wiederholte er noch oft ohne Erfolg, denn die teilweise giftigen Wortgefechte liessen die Zuhörer glauben, es ginge heute um alles. Im Gegensatz zu den früheren Gemeindeversammlungen zum Thema Schulzentrum wird am 4. September aber an der Urne abgestimmt. Seniorenresidenz statt Schule Schulpräsident Andreas Hugi (FDP) bezeichnete das Schulzentrum Farlifang als «Chance, etwas zu machen, was kein Flickwerk ist». Die Baukosten in der Höhe von 25 Millionen könnten mit dem Eigenkapital bezahlt werden. Allerdings müsste das Eigenkapital durch den Baurechtsvertrag um 12 Millionen erhöht werden, wie Hugi ergänzte. Raphael Widmer von der Gruppierung Zumikon mit Zukunft widersprach. «Es dauert 60 Jahre bis zur Refinanzierung, Zumikon kann sich das Projekt Farlifang nicht leisten.» Für Schmunzeln sorgte der nächste Redner: Für ihn sei das Farlifang idealer Standort für Seniorenwohnungen, fand er. Immer wieder hoben die Gegner der Vorlagen die Vorteile von zwei Schulstandorten hervor. Roland Horala von Zumikon mit Zukunft betrachtet diese Strategie im Zeitalter des Wachstums im Dorf als notwendig. «Wir brauchen grosse Schulkapazitäten, daher auch zwei Schulhäuser.» Schulpräsident Hugi konterte: «Es kann doch nicht sein, dass wir immer nur mit riesigen Reserven planen dürfen.» Dann wurde die Debatte gehässig. Raphael Widmer stellte einen Rückweisungsantrag zum Farlifang. er verlangte eine korrekte Finanzdarstellung: «Die Weisungsunterlagen sind irreführend.» Hugi wies den Antrag als ungültig zurück. «Wenn Ihrer Meinung nach etwas falsch in der Weisung ist, müssen Sie eine Stimmrechtsbeschwerde einlegen.» Ausserdem frage er sich, weshalb Widmers Zahlen «richtiger» sein sollten. RPK-Präsident Francis Hodgskin bestätigte die Korrektheit der Zahlen. Abbruch der Diskussion «Wer das Juch verkauft, verbaut sich die Zukunft», sagte der ehemalige Lehrer Rolf Vontobel. «Es wird heute nicht abgestimmt», wiederholte Gemeindepräsident Hermann Zangger um 23.15 Uhr. So geht dieses Geschäft unverändert am 4. September an die Urne. Das gilt auch für die zweite Vorlage, den Baurechtsvertrag über 30 Jahre mit der ICS. Die Vorberatung darüber wurde nach wenigen Minuten abgebrochen. Zwei Drittel der Teilnehmer hatten die Versammlung bereits verlassen. Der kleine Rest nahm den entsprechenden Ordnungsantrag dankbar an. Das geplante Zumiker Schulzentrum blieb auch an der Vorberatung zur Urnenabstimmung vom 4. September unter den Zumikern umstritten. Foto: PD

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