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Beim Heiraten mögen es die Zürcher ländlich Beim Heiraten mögen es die Zürcher ländlich Beim Heiraten mögen es die Zürcher ländlich

Zürichs beliebteste Heiratskirche liegt in St. Gallen. Wer sich in der katholischen Busskirch in Jona trauen lassen will, muss zeitig buchen. Bei den Reformierten ist die Ritterhaus-Kapelle Ürikon Favoritin.Zürichs beliebteste Heiratskirche liegt im Kanton St. Gallen. Wer sich in der katholischen Busskirch in Jona trauen lassen will, muss zeitig buchen. Bei den Reformierten ist die Ritterhaus-Kapelle Ürikon Favoritin.Zürichs beliebteste Heiratskirche liegt in St. Gallen. Wer sich der katholischen Busskirch in Jona trauen lassen will, muss zeitig buchen. Bei den Reformierten ist die Ritterhaus-Kapelle Ürikon Favoritin.

Von Helene Arnet Rapperswil-Jona – Die Busskirch liegt direkt am Zürichsee. In der Ferne ruft der Kuckuck, nebenan weiden die Kühe, und auf der Wiese vor der Kirche führt ein Schwanenpaar seine sieben Küken spazieren. Die Kirche bietet 100 Personen Platz, atmet mittelalterlichen Geist, weist aber von späteren Umbauten her biedermeierliche Züge auf. So sieht der Zürcher liebste Heiratskirche aus. Wenn es ums Heiraten geht, findet in Zürich Landflucht statt – in umgekehrter Richtung. Aus der Stadt hinaus ins Land. Im Kanton Zürich gaben sich im letzten Jahr 8685 Paare das Jawort. Davon traten 1671 zusammen vor den Traualtar. Eine kleine Umfrage des «Tages-Anzeigers» hat ergeben: Wenn sich Zürcher Paare kirchlich trauen, tun sie das am liebsten in frei stehenden, ländlichen Kirchen und Kapellen. Liegen diese auch noch an einem See oder in den Weinbergen, muss sich zeitig anmelden, wer zwischen Mai und September noch einen Termin bekommen will. So ist es auch Tanja und David Brunner ergangen. Sie versuchten bereits im letzten August, für diesen Frühsommer in der Busskirch in Jona ein Hochzeitsdatum abzumachen. Da waren noch vier Termine frei, und sie mussten sich mit dem bekanntermassen launischen April zufriedengeben.In der Busskirch fanden letztes Jahr 32 Trauungen statt. «Leider kommt es oft vor, dass wir Brautpaare abweisen müssen, weil alle Termine schon belegt sind», schreibt Irene Keller vom Katholischen Pfarramt Jona auf eine Anfrage des TA. Dies, obwohl im Sommer samstags zwei Trauungen stattfinden. Paare, die in stimmungsvoller Umgebung katholisch heiraten, haben im Raum Zürich wenig Auswahl, weil die meisten romantisch gelegenen mittelalterlichen Kirchen heute reformiert sind. So liegt auch die Busskirch im Kanton St. Gallen. Beliebte katholische Kirchen Im Raum Zürich sind für katholische Trauungen sehr beliebt: Klosterkirche Wettingen AG. Dort finden rund 30 Trauungen pro Jahr statt, bereits sind einige Wochenenden für 2012 ausgebucht. Neu kann in der schön gestalteten Aula der Kantonsschule, zu der das Klosterareal gehört, auch die Ziviltrauung stattfinden.Klosterkirche Rheinau. Hier finden jeweils zwanzig Hochzeiten pro Jahr statt. Dazu kommen Trauungen in der Spitz- und Bergkirche.Kirche auf der Ufenau. Sie ist nur mit dem Schiff erreichbar. Hier nimmt die Nachfrage seit der Renovation zu.TA-Tipps: St.-Anna-Kapelle auf dem Wädenswiler Berg, St. Antonius in Egg (Wallfahrtskirche, wer es holzig mag). Iddakapelle des ehemaligen Klosters Fischingen (hochbarocker Zentralbau). Beliebte reformierte Kirchen Unter den reformierten Kirchen ist die Konkurrenz um die beliebteste Hochzeitskapelle grösser: In der Beliebtheitsskala schwingt die Ritterhauskapelle Ürikon in Stäfa obenaus, wo jährlich bis zu 30 Hochzeiten stattfinden. Das Ensemble der Ritterhäuser ist schön am See gelegen. Sehr beliebt sind weiter: Lazariterkirche Gfenn. Eine frei stehende, schlichte romanische Saalkirche in der Nähe von Dübendorf.Gallus Kapelle Oberstammheim. Eine mittelalterliche Kapelle, idyllisch in den Weinbergen und mit Sicht in die Glarner Alpen gelegen. Kostbare Freskenwand. Kirche Sitzberg. Ein einfaches Saalkirchlein mit hervorragender Barockorgel in der Gemeinde Turbenthal an der Grenze zum Thurgau. Kirche Sternenberg. In den 70er- und 80er-Jahren fanden dort oft 80 Hochzeiten pro Jahr statt, wie uns der einstige Dorflehrer und Ortschronist Peter Kaul schreibt. Kirche Greifensee. Das Kirchlein im historischen Städtchen, das manchmal vom Ansturm der Hochzeitsgäste arg strapaziert wird. Burg- und Dorfkapelle in Kyburg. Trutzig. Die Burgkapelle weist gotische Wandmalereien auf. Kirche Regensberg. Sie ist schön im hoch gelegenen historischen Städtchen gelegen. Alte Kirche in Witikon. Allein auf einem Hügel stehend. Wohl die beliebteste Heiratskirche der Stadt ZürichRitterhaus-Kapelle Bubikon.TA-Tipp: Schlosskapelle Grüningen (frühklassizistische Saalkirche), Kilchberg (Spezialtipp von Alt-Sigrist Hanspeter Stüssi: absolut fotogen, mit toller Aussicht.), Zollikerberg (moderne, fast extravagante Kirche), Wetzwil und Dorfkirche in Herrliberg, Waltalingen bei Stammheim (Fresken aus dem 14. Jh.), St. Peter Zürich (einer der schönsten Kirch-Vorplätze der Stadt). Auch «Wanderpriester» gesucht In Zürich sind die reformierte und die katholische Kirche übereingekommen, dass Trauungen für Angehörige ihrer Kirchgemeinden gratis sein sollen. Dies gilt in der Regel auch für gemischt-konfessionelle Ehen. Sehr beliebte Heiratskirchen verlangen allerdings oft eine Gebühr. Der Preis bewegt sich in der Regel zwischen 250 und 400 Franken (ohne Organist/in), vereinzelt auch mehr. Wer einen Termin für eine dieser beliebten Heiratskirchen ergattern konnte, ist noch nicht fein raus: Auch Pfarrer, vorab katholische Priester, sind nicht beliebig abrufbar. Bei der Dachorganisation der katholischen Kirchen Zürichs ist die Nachfrage nach «Wanderpriestern» oft grösser als das Angebot. Auch für Taufen beliebt Kurzentschlossene Heiratswillige müssen dennoch nicht nach Las Vegas ausweichen. Wer in seiner Heimatgemeinde heiraten will, kann das meist ohne grosse Wartefristen – und gratis – tun. Es sei denn, er wohnt wie Tanja und David Brunner eben in Jona, wo die beliebteste Heiratskirche der Zürcher liegt. Tanja Brunner und ihre drei Geschwister haben in der Busskirch schon ministriert. «Nicht selten bei Hochzeiten», wie sich Tanja Brunner erinnert. Trotzdem mussten sie bei den Terminen Auswärtigen, die früher dran waren, den Vortritt lassen. «Wir hatten schon Bedenken wegen des Wetters.» Doch machte heuer der April dem Wonnemonat Mai Konkurrenz. «Das Wetter war prächtig, wir hatten einen durch und durch schönen Hochzeitstag.» Und Tauftag. Die beiden haben nämlich gleichzeitig ihre halbjährige Tochter getauft. Was schön, aber auch klug war. Denn die Busskirch ist auch für Taufen sehr gefragt. «Leider müssen wir oft Brautpaare abweisen, weilalle Terminebelegt sind.» Irene Keller, Kath. Pfarramt Jona «Leider müssen wir oft Brautpaare abweisen, weilalle Terminebelegt sind.» Irene Keller, Kath. Pfarramt Jona Brautpaar Tanja und David Brunner mit Täufling Noelle vor der Busskirch. Foto: ZVG Brautpaar Tanja und David Brunner mit Täufling Noelle vor der Busskirch. Foto: PD

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