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Bande jugendlicher Räuber vor Gericht

Raub, Diebstahl, Vandalismus – fünf Jugendlichen drohen wegen zahlreicher Delikte lange Haftstrafen.

Von Petra Schanz Meilen – Sie sind zwischen 19 und 23 Jahre alt. Sie stammen aus der Schweiz, der Türkei, dem Irak, Algerien und dem ehemaligen Serbien-Montenegro und leben an der Zürcher Goldküste, oder mindestens in einer Gemeinde am rechten Zürichseeufer. Zurzeit sitzen sie jedoch in Untersuchungshaft oder im Jugendheim. Morgen Mittwoch stehen die fünf Jugendlichen vor dem Meilemer Bezirksgericht. Der Prozess soll den ganzen Tag dauern. Die Taten, deren sie verdächtigt werden, umfassen eine beachtliche Palette: Raub, Vergehen gegen das Waffengesetz, Sachbeschädigung, Diebstahl, Hausfriedensbruch, Missbrauch von Ausweisen und Schildern. Die Staatsanwaltschaft fordert für die Angeklagten zwischen 1½ und 4 Jahren Freiheitsstrafe, die meisten davon unbedingt. Mitte November 2009 überfielen vier der Bande den Bahnhofkiosk Wetzikon. Einer bedrohte die Verkäuferin mit einer Schreckschusspistole und forderte sie auf, ihnen das Geld aus dem Tresor und der Kasse auszuhändigen. Unter anderem hielt er ihr den Pistolenlauf auch in den Mund. Zudem bedrohten die Angeklagten die Verkäuferin mit einem Schlagstock. Die Frau versuchte zweimal durch die Tür zu entkommen, doch jedes Mal packte sie einer von hinten wieder, riss sie zurück und drückte sie gegen die Wand. Schliesslich händigte die Kioskverkäuferin den Räubern alles Geld aus und liess sich aus Angst und Schwäche zu Boden fallen. Die Angeklagten flüchteten mit 15 550 Franken. Auch gegenüber einem Buschauffeur gingen zwei der Angeklagten äusserst brutal vor. In der Nacht auf den 18.?Oktober 2009 stiegen die beiden in den Bus der Linie Stäfa–Hombrechtikon. Wieder richtete der eine die mitgenommene Schreckschusspistole auf den Chauffeur und forderte das Geld aus der Kasse. Weil diese leer war, wurden die Angeklagten wütend. Einer von ihnen versetzte dem Busfahrer mit dem Pistolengriff einen Schlag auf den Kopf, sodass dieser eine Rissquetschwunde erlitt. Daraufhin flüchteten die beiden. Mit Pistole und Pfefferspray Mehr Erfolg hatten drei der Angeklagten wenige Tage später, als sie das Pub-Restaurant «Steakhouse Small Place» in Hombrechtikon überfielen. Sie warteten morgens um 2 Uhr vor dem Hintereingang des Pubs, bis die Wirtin herauskam. Einer von ihnen sprühte ihr Pfefferspray ins Gesicht. Die zwei anderen Angeklagten stürmten in die Bar, wo sie auf den Wirt trafen. Einer richtete die Schreckschusspistole auf ihn und forderte das Service-Portemonnaie, das der Wirt auch aushändigte. Auch ihm sprühten sie Pfefferspray ins Gesicht und flüchteten mit 2300 Franken. Zu einem Überfall auf die Denner-Filiale in Erlenbach kam es nicht mehr. Zwei der Angeklagten beobachteten aber bereits, wann die Lieferanten und Mitarbeiter eintrafen und wann und wo die Tür geöffnet wurde. Noch in der gleichen Nacht wurden die Angeklagten aber verhaftet.

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