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Baden im Fluss ist jetzt zu gefährlich

Die Limmat führt zu viel Wasser. Darum musste die Stadt Zürich das Flussbad Unterer Letten bis auf weiteres schliessen. Auch die Limmatschifffahrt leidet.

Von Daniel Schneebeli Zürich – Nach der grossen Hitze im Juli hat zum Monatswechsel der grosse Regen eingesetzt. Die Experten im kantonalen Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (Awel) sind zwar noch nicht alarmiert, «aber aufmerksam», wie gestern Nachmittag Dominik Bonderer sagte, Kommunikationschef in der Baudirektion. Am Abend trafen sich die Awel-Fachleute zur Lagebeurteilung, denn etliche Flüsse im Kanton führen derzeit sehr viel Wasser. Die Limmat transportierte gestern Nachmittag pro Sekunde 250 Kubikmeter – so viel wie noch nie in diesem Jahr. Am Dienstag könnten daraus gut und gerne 350 Kubikmeter werden, wenn die Niederschläge wie prognostiziert fallen. Besonders im Einzugsgebiet der Sihl erwartet Bonderer für die Nacht starke Regenfälle. «Wir können nicht ausschliessen, dass Keller überflutet werden.» Die Stadt Zürich hat schon reagiert, das Flussbad im Unteren Letten ist bis auf weiteres gesperrt. «Im Moment wäre es zu gefährlich, in der Limmat zu schwimmen», sagt Hermann Schumacher, Chef der Abteilung Badeanlagen im Schul- und Sportdepartement. Der Untere Letten muss aus Sicherheitsgründen ein bis zwei Mal jährlich geschlossen werden. Schumacher erwartet, dass das Bad in den nächsten Tagen gesperrt bleiben wird. All jene, die sich trotz miesem Wetter nicht vom Baden abhalten lassen, verweist Schumacher auf das Freibad in Seebach und aufs Seebad Utoquai. Diese Anlagen sind bei jeder Witterung von 7 bis 20 Uhr geöffnet. Bis auf weiteres bleibt auch die Limmatschifffahrt eingestellt. Grund ist nicht der Pegelstand – dieser ist zwar deutlich höher als gewöhnlich, was die Unterquerung der Brücken erschwert. Doch für Limmatschiffe ist vor allem die starke Strömung ein Problem, wie eine Sprecherin der Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft sagte. Das Manövrieren werde sehr heikel, wenn der Fluss so viel Zug habe wie im Moment. Für heute Dienstag und morgen Mittwoch ist nur noch wenig beziehungsweise gar kein Regen mehr angesagt. Aber schon am Donnerstag wird es wieder nass. Wie nass, konnte Reto Vögeli von Meteonews gestern noch nicht genau abschätzen, «aber es ist möglich, dass wir wieder eine Unwetterwarnung rausgeben müssen». Rekord bei 650 Kubikmeter Die letzten grossen Überschwemmungen gab es im Limmattal im Jahr 1999. Weil der Fluss das viele Wasser aus der Sihl und aus dem Zürichsee nicht mehr schlucken konnte, trat er an verschiedenen Stellen über die Ufer und richtete grosse Schäden an. An den schlimmsten Tagen führte die Limmat damals im Mai gegen 600 Kubikmeter Wasser. Seit Beginn der Messungen waren es nur einmal mehr: 1909 (über 650 Kubikmeter). Unterdessen ist die Limmat bei Dietikon renaturiert worden, was die Gefahr von Überflutungen massiv vermindert. Alle Flüsse im Kanton führen derzeit sehr viel Wasser. Die Limmat transportiert so viel wie noch nie in diesem Jahr. Ruhe statt Badeplausch: Die Badi Unterer Letten ist seit gestern wegen hohen Wasserstands auf unbestimmte Zeit gesperrt. Foto: Doris Fanconi

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