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Architektonisches Vorbild

Im neuen Stäfner Alterszentrum Lanzeln gehen Architekten ein und aus, die sich für ihre eigenen Projekte vom Neubau inspirieren lassen wollen.

Von Petra Schanz Stäfa – Aus dem ganzen Kanton kommen sie, aber auch aus Luzern, aus dem Aargau, aus Bern. Es sind meist Architekten, die ähnliche Projekte in Planung haben. Sie alle wollen den Neubau des Alterszentrums Lanzeln in Stäfa sehen. «Es sind schon Architekturstudenten mit dem Zug vorbeigefahren und extra ausgestiegen und vorbeigekommen», erzählt Heimleiterin Marie-Louise Sarraj. Nicht nur die Aussenhülle des Gebäudes, auch das Konzept, die Zimmer, die Nasszellen und der offene Eingangsbereich würden auf Interesse stossen. Für die Heimleiterin sind die Besonderheiten des Gebäudes seine Grosszügigkeit und seine Transparenz: «Es ist modern, hat aber trotzdem Atmosphäre.» Referenzobjekt für Bauherren Auch das Architekturbüro Bob Gysin und Partner (BGP), das den Lanzeln-Neubau konzipierte, hat schon Anfragen von anderen Planern bekommen. «Architekten scheuen sich allerdings, andere Architekten um Tipps zu fragen», sagt Rudolf Trachsel, einer der Partner des Architekturbüros. Das Stäfner Alterszentrum sei aber eines ihrer Referenzobjekte, das sie oft mit Bauherren besichtigen würden. Die Lanzeln ist das erste Altersheim, das die BGP Architekten bauten. Zurzeit entsteht unter ihrer Leitung in Horgen die Erweiterung des Altersheims Tabea. In der Planung ist das Alterszentrum Tägerhalden in Küsnacht, dessen Wettbewerb BGP gewonnen hat. Auch für die beiden Projekte diente die Lanzeln als Referenzobjekt. Auf Alterszentren spezialisieren wolle man sich aber nicht. «Wir wollen alles bauen. Diese Abwechslung macht uns Spass», sagt Trachsel. Nicht teurer als andere Heime An einem Alterszentrum sei die besondere Herausforderung, dass man einen Öffentlichkeitsbereich und einen Privatbereich sinnvoll zusammenbringen müsse. «Es geht in Richtung Hotel», sagt Trachsel, denn je länger, je mehr wolle man in einem Alterszentrum nebst Restaurant und Cafeteria auch andere Dienstleistungen wie beispielsweise einen Coiffeur unterbringen. Immer wieder werde er auf die Kosten angesprochen, sagt Trachsel. Doch ein Bau wie die Lanzeln entsprächen finanziell dem Durchschnitt eines Altersheim-Neubaus. «Es ist eine Frage des Einsatzes der Mittel am richtigen Ort.» Einer, der sich für die Lanzeln interessierte, ist Oliver Kalt, Projektleiter des Architekturbüros Egli Rohr Partner AG. Die Firma baut zurzeit das Alterszentrum am Bach in Birmensdorf. «Wir interessierten uns speziell für den Bodenbelag im Erdgeschoss der Lanzeln», sagt Kalt. Die betreffende Firma habe sie auf das Stäfner Alterszentrum aufmerksam gemacht. Aufgefallen ist Kalt die offene Gestaltung im Erdgeschoss-Bereich und dass in der Lanzeln keine typische Altersheim-Atmosphäre herrsche. Konzeptionelle Anpassungen am eigenen Projekt aufgrund des Lanzeln-Besuchs werde es aber nicht geben. Man sei in der Planung schon zu weit fortgeschritten. Für die Auswahl der Materialien sei die Besichtigung der Lanzeln aber nützlich gewesen, sagt Kalt. «Etwas vom Wichtigsten für Architekten ist, zu reisen und andere Bauten zu besichtigen.» Nicht nur Auswärtige finden am Stäfner Alterszenrum Gefallen. Das Wichtigste – auch den Bewohnern behagt es. «Das zeigen Umfragen, die wir durchgeführt haben», sagt Heimleiterin Sarraj. Und an einer kürzlichen Kadertagung hätten auch die Mitarbeiter geäussert, dass sie stolz seien auf ihren neuen Arbeitsplatz. Auch Besucher kommen vermehrt. Die Cafeteria macht statt wie früher 100 inzwischen 1000 Franken Umsatz pro Tag. Lanzeln-Neubau: Modern, aber nicht teurer als andere Heime. Foto: Patrick Gutenberg

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