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«Antiquiertes Mittelstandsfamilienbild»

KrankenkassenprämienLinke und CVP kämpfen für Gratisversicherung der Kinder,TA vom 18. Februar Populismus vor den Wahlen. Wer Kinder will, muss sich aller Konsequenzen – vor allem auch der finanziellen, zu denen auch die Krankenversicherung gehört – bewusst sein. Es ist nun allzu billig, die Prämien für den Nachwuchs auf den kinderlosen Rest der Bevölkerung abzuwälzen. Vor den Wahlen dieses Jahr ist das allerdings eine leicht durchschaubare Masche. Wer sich familienfreundlich gebärdet, punktet, so der Hintergedanke. Politikerinnen und Politiker, die opportunistisch – oder gar populistisch – solche Pläne propagieren und unterstützen, könnten aber ihre Rechnung ohne einen grossen Teil der Wählerschaft gemacht haben: Ohne all die Alleinstehenden und Singles und – bewusst oder unverschuldet (z. B. aus medizinischen Gründen) – Kinderlosen, denen jetzt die Kinderprämien aufgehalst werden sollen. Und dass gerade die Linke auch auf diesen Zug aufspringen will, lässt mich nur den Kopf schütteln. Ganz abgesehen davon, dass eine solche Politik auf einem Mittelstandsfamilienbild beruht, das angesichts der Realitäten doch recht antiquiert und klischeehaft ist. Man sollte sich besser darauf konzentrieren, die Prämienhöhe am realen Einkommen und an der realen Lebenssituation der Versicherten zu messen und auf eine Einheitskasse hinzuarbeiten. Das ist die Aufgabe der Linken, nicht die Anbiederung an rechtspolitische (Kind, Familie, heile Welt) Vorstellungen. Peter Angele, St. Gallen Finanzierung abgeschoben. Es ist ja eigentlich schön, machen sich die Politiker Gedanken zur besseren Förderung mittelständischer Familien. Doch die Prämienbefreiung von Kindern sowie Jugendlichen in Ausbildung sollen dann die kinderlosen Erwachsenen bezahlen. Solch kopflose Aussagen erstaunen mich immer wieder. Wie viele Ehepaare hätten gerne Kinder und kriegen keine, aus welchen Gründen auch immer. Andere Frauen hüpfen mit jedem Mann ins Bett und haben fünf Kinder von fünf verschiedenen Männern. Kein Problem, die Krankenversicherungskosten werden ja von den Kinderlosen getragen. Ich bedanke mich bei Frau Humbel für den Vorschlag, von welchem sie ja selber auch profitiert. Eveline Ott, Volketswil Familien werden schon entlastet. Die «vereinigte Linke» (CVP, Grüne, SP) unter Führung der CVP verlangt den totalen Erlass der Krankenkassenprämien für Kinder bis 18 Jahre und Jugendliche in Ausbildung. Zu dieser Forderung besteht überhaupt kein Anlass, denn die Prämien für diese Bevölkerungsgruppe sind schon massiv reduziert. Zusätzlich sind auch Familien steuerlich stark entlastet. Dazu schaue man sich die Steuererklärung einmal etwas genauer an. Es ist immer das gleiche üble Spiel, das die «vereinigte Linke» bei ihren familienpolitischen Forderungen spielt: Es werden Bevölkerungsgruppen gegeneinander ausgespielt. Wie wäre es, wenn sich die Linken einmal überlegen würden, wie viel Steuern die so «geschätzten Alten» für die Ausbildung (Schule, Sport etc.) der Nachkommen bezahlen? Der Solidaritätsgedanke sollte nicht mit unverschämter «Familienforderungspolitik» zuschanden geritten werden. Max Kuhn, Uster Selbstverantwortung. Die neueste Forderung der Elternlobby schlägt dem Fass nun wirklich den Boden aus. Wer sich für Kinder entscheidet, muss wissen, dass diese Kosten verursachen, welche nicht alle der Allgemeinheit aufgebürdet werden können. Keine Geiss schleckt es weg: Die Erde ist hoffnungslos überbevölkert, die Schweiz schon längst. Angesichts dieser Tatsache kann es nicht Aufgabe des Staates sein, mit immer neuen Zückerchen die Geburtenrate zu erhöhen. Gerhard Cornu, Felben-Wellhausen Wer subventioniert wen? Die Jüngeren subventionieren die Alten mit 1,5 Milliarden Franken, sagt Nationalrätin Humbel. Hat sie berücksichtigt, dass die meisten Alten, bevor sie alt und krankheitsanfällig wurden, während mehr als 45 Jahren Steuern, Krankenkassenprämien und Beiträge an andere Sozialversicherungen gezahlt haben? Wer, wenn nicht die Alten, haben die Ausbildung von zwei Generationen denn mitfinanziert? Ursula Abegglen, Zürich Selbstbedienungsladen. Generell ist es sicher eine gute Idee, die Kinder von der Krankenkassenprämie zu befreien. Nur schiesst der Vorschlag über das Ziel hinaus. Falls Leistungen in unserem Gesundheitswesen praktisch gratis bezogen werden können, liegt es wohl auf der Hand, dass das Ganze zu einem Selbstbedienungsladen wird, und das notabene zum Nulltarif. Selbst beim billigsten Discounter muss immerhin bezahlt werden. Die Konsequenz dieser Giesskannenausschüttung wird sein, dass vermehrt wegen Bagatellen gleich ein Arzt oder sogar die Notfallaufnahme im Spital aufgesucht wird. Es ist zu befürchten, dass damit der nächste Kostenschub programmiert wäre. Meiner Meinung nach sollten hingegen die Rabatte für hohe Franchisen wieder auf das Niveau vor 2010 angehoben. Im Moment werden diejenigen bestraft, welche bereit sind, Bagatellfälle aus der eigenen Tasche zu bezahlen. Heinz Tschumi, Dübendorf «Es ist allzu billig, die Prämien für den Nachwuchs auf den kinderlosen Rest der Bevölkerung abzuschieben.» Sollen für Kinder künftig keine Krankenkassenprämien mehr bezahlt werden müssen?Foto: Sabina Bobst

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