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Am Ende des Booms gibts Wolkenkratzer

Die Flut an neuen Büchern zur Wirtschaftskrise will nicht abreissen. Das Erfreuliche daran: Das Interesse der Öffentlichkeit an Erklärungen ist ungebrochen hoch, wie etwa die Dauerplatzierung von Nassim Talebs «Schwarzem Schwan» in der Top-Ten-Liste (siehe rechts) beweist. Auch Hans-Werner Sinns «Kasino-Kapitalismus» schaffte es sofort an die Spitze.

Nun nimmt uns der deutsche Journalist Stefan Frank mit in eine Welt, wo systemrelevante Banken den Staat erpressen können und Notenbanker Alan Greenspan ungebremst teils hanebüchene Prognosen machen konnte. Der Buchautor blickt immer wieder in die Geschichte zurück und macht damit deutlich, dass die Fähigkeit, aus vergangenen Fehlern zu lernen, sehr gering ist. So schildert Frank etwa die Vorläufer des Immobilienbooms, der die Krise mit ausgelöst hat. Beim «Florida-Boom» 1925 wurden selbst «sumpfige Gegenden» ohne Strassen, Strom- und Wasserzuleitungen zu Höchstpreisen gehandelt.

Zu den vergnüglichen Teilen des Buchs gehören die Ausführungen zum «Skyscraper-Index». Danach soll es in den letzten 100 Jahren einen auffälligen Zusammenhang zwischen dem Bau von Wolkenkratzern und Finanz- und Wirtschaftskrisen geben. Das liegt selbstredend nicht an den Wolkenkratzern, sondern daran, dass in den Endphasen eines Booms Kredite «reichlich und billig» verfügbar sind. Wer im Buch ausgefeilte Ratschläge sucht, wie der Krise begegnet werden könnte, wird nicht fündig. (rf)

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