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100 000-Franken-Motorjacht vom Blitz getroffen

Das an einer Boje vertäute Boot brannte vor Feldmeilen vollständig aus. Gewitter auf dem See können für Kapitäne und Badende lebensgefährlich sein.

Von Ruedi Baumann Meilen – Dass ein Blitz in ein Boot einschlägt, ist sehr selten. Schäden werden gemäss Kantonspolizei nur «alle paar Jahre einmal» registriert. Gestern Morgen, kurz nach 8 Uhr, ging alles sehr schnell. Ein Blitz schlug in ein Motorboot ein, das auf dem See an einer Boje vertäut war. Das Kunststoffboot, das mit einer Blache abgedeckt war, brannte lichterloh. Die mit Booten herbeigeeilte Seepolizei konnte den Brand bei einem ersten Löschangriff eindämmen. Darauf wurde das qualmende Boot an Land geschleppt, wo die Stützpunktfeuerwehr Meilen beim endgültigen Löschen half. Verletzt wurde niemand, der Seerettungsdienst errichtete eine Ölsperre, das Löschwasser wurde abgesaugt und entsorgt. Gemäss Kantonspolizei kam es zu keiner Gewässerverschmutzung. Der Blitz als Brandursache ist noch nicht bewiesen, steht aber im Vordergrund. Willi Schmid von Meteoradar in Stallikon registrierte um 8 Uhr im Bereich von Meilen ein Gewitter und mehrere Blitze.Bei der Motorjacht handelt es sich um eine hochklassige kanadische Doral 265 Elite. Das Boot ist 8 Meter lang und 2,2 Tonnen schwer, hat einen 320-PS-Benzinmotor und einen Tank für mehrere Hundert Liter Benzin. Gemäss dem Schweizer Händler, der Huber Marine in Bottighofen TG, sind Motorboote normalerweise nicht mit Blitzschutzanlagen ausgerüstet. Gewisse Modelle hatten früher eingebaute automatische Halonfeuerlöscher. Diese wurden jedoch aus Umweltschutzgründen (Ozon) verboten. Der Anker als Blitzableiter Auch wenn Unfälle durch Blitzschlag auf Seen sehr selten sind: Gewitter können auf dem Wasser – für Schwimmer und Bootcrews – lebensgefährlich sein. Vor allem Segelschiffe mit ihren Aluminiummasten sind exponiert. Auch die meisten Segelboote haben keinen Blitzschutz. Als allgemeine Verhaltensregel gilt: bei Gewittergefahr möglichst einen Hafen aufsuchen. Kommt das Gewitter zu schnell: nicht auf dem Deck stehen, sondern mit geschlossenen Beinen möglichst tief ins Boot hocken und die Berührung von Mast oder Metallteilen vermeiden. Alu- oder Stahlboote bieten wie Autos einen perfekten Schutz, Kunststoffboote weniger. Einen Blitzableiter auf Booten können dicke Kupferseile darstellen, die mit stabilen Klemmen an den Wanten befestigt und mindestens 1,5 Meter tief ins Wasser gehängt werden. Auch eine vom Mastfuss ins Wasser gehängte Ankerkette kann einen Schutz ergeben. Das brennende 320-PS-Boot gestern Morgen vor Feldbach. Foto: Kapo Zürich

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