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Der Blick in den Abgrund

Die Kunsthaus-Erweiterung, derzeit in Bau, soll planmässig 2020 fertig sein. Am Tag der offenen Türe konnte man die Baustelle nun erstmals besichtigen.

Geht rund 15 Meter in die Tiefe: Baustelle beim Kunsthaus.
Geht rund 15 Meter in die Tiefe: Baustelle beim Kunsthaus.
Sabina Bobst

Am Heimplatz klafft ein Loch, rund 15 Meter ist es tief: Die Besucherinnen und Besucher drängen sich um die Absperrung und recken ihre Köpfe, um einen besseren Blick in den Abgrund zu erhaschen. Hier entsteht die Erweiterung des Kunsthauses, entworfen vom britischen Architekten David Chipperfield. Ein unterirdischer Durchgang, 63 Meter lang und fünf Meter breit, wird das neue Gebäude mit dem Kunsthaus auf der gegenüberliegenden Seite des Heimplatzes verbinden.

Am heutigen Tag der offenen Türe, den das Kunsthaus veranstaltete, hatte man die Gelegenheit, die Baustelle zu besichtigen und an einer der Führungen teilzunehmen. Zur ersten, um halb elf Uhr vormittags, sind etwa vierzig Personen gekommen: Hauptsächlich ältere Leute, die sich mehr als andere Zeitgenossen für die Bauarbeiten zu interessieren scheinen. Der jüngste Teilnehmer, ein kleiner herumtollender Junge, trägt vorsorglich einen Velohelm – sicher ist sicher, hatten sich die Eltern vermutlich gedacht.

Alles auf Kurs

Startpunkt der Führung sind aufgehängte Plakate, die illustrieren, wie der fertige Bau dereinst aussieht. Die frei zugängliche Halle im Erdgeschoss etwa wird vor allem aus Sichtbeton bestehen. Zudem werden Akustikelemente eingebaut, weil der Raum auch als Konzertort genutzt werden soll. So weit bekannt.

Dann führt Barbara Koller, der die Gesamtleitung Planung obliegt, die Gruppe zu einem kleinen «gebauten Stück Kunsthaus» weiter hinten auf dem Gelände. An diesem Modell, erklärt Koller, testete man zum Beispiel, welche Beton- und Steinsorten man für die Fassade verwenden könnte und wie sich die einzelnen Materialien durch die Witterung verändern.

Die Anwesenden folgen ihren Ausführungen interessiert, stellen eine Frage nach der anderen, und es sind nicht nur bautechnische: «Wer sind Sie genau?», will einer wissen, nachdem Koller ihre Erläuterungen beendet hat. Sie sei für die Gesamtleitung zuständig, sagt sie noch einmal, lachend. Daraufhin raunt ein anderer seiner Begleitung zu, dass das sicher kein Teilzeitjob sei, während ein Dritter vorwärtsdrängt: «Wir müssen weitermachen!»

Zürcher besichtigen die Baustelle beim Kunsthaus.Quelle: TA/SDA

Denn das Highlight, da hat er recht, kommt erst zum Schluss der 30-minütigen Führung: das Loch – die eigentliche Baustelle. Dort erwartet der Bauleiter die Besucher, wechselt auf ihren Wunsch hin von der Mundart ins Hochdeutsche und berichtet über den aktuellen Stand der Arbeiten. Alles wie geplant, lautet die Botschaft: Im Mai beginnt die vorletzte Bauetappe der Unterquerung, der Aushub beim Vorplatz des Kunsthauses. Ab Herbst ist vorgesehen, das Untergeschoss des Kunsthauses zu durchbrechen und den unterirdischen Durchgang anzubinden. Das soll bis Sommer 2018 dauern. Die Fertigstellung des gesamten Erweiterungsbaus ist für das Jahr 2020 veranschlagt.

Auch was das Budget angeht, befinde man sich auf Kurs, sagt Franziska Martin vom Amt für Hochbauten der Stadt Zürich. Stand jetzt könne man den Kredit einhalten, dem das Stadtzürcher Stimmvolk 2012 zugestimmt hatte: rund 200 Millionen Franken, die vom Kanton, der Stadt und der Kunstgesellschaft finanziert werden.

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