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Videos auf InstagramTausende Basler ergötzen sich an Schlägereien

Rund 12’000 User schauen Beiträge auf einer Instagram-Seite aus Basel an, die gewalttätige und pietätlose Videos veröffentlicht.

Bei vielen Posts von «szene_ish_basel» ist die Kantonspolizei mit dabei.
Bei vielen Posts von «szene_ish_basel» ist die Kantonspolizei mit dabei.
Screenshot Instagram

Polizeieinsätze, bewusstlose Drogenabhängige oder Prügeleien zwischen zwei Jugendlichen: Auch mittels gewaltverherrlichenden und abstossenden Videos versucht der User des Instagram-Kanals «szene_ish_basel» seine Follower für sein Format zu begeistern. Mit grossem Erfolg. Seit einigen Wochen feiern mehr als zehntausende Schaulustige den Kanal.

Die Instagram-Plattform ist derart erfolgreich, dass sich in der ganzen Region und auch im ganzen Land mehrere Nachahmer gebildet haben. In Reinach, Liestal oder auch in Zürich und Winterthur sehen sich Massen die grösstenteils würdelosen Videos auf Instagram an.

Laut dem hiesigen Onlinemedium «Prime News» bezieht sich der Name der Seite auf eine Textpassage des Basler Strassenrappers S-Hot, zivil Esat Akpinar genannt. S-Hot sagt in seinem Song «Internationale»: «Szene isch Basel, mrš, kurwa, jebem ti mater.» Dass S-Hot auf das Image der Seite grossen Einfluss hat, zeigt sich auch in den fragwürdigen Instagram-Videos, bei denen die Musik des Basler Rappers häufig im Hintergrund zu hören ist.

Zu «Prime News» sagt Akpinar, dass er den Verwalter der Seite zwar kenne, aber nicht wisse, welche Motivation er verfolge.

Manche Inhalte sind sehr problematisch

Im Strafgesetzbuch ist die Regel klar definiert: «Der Besitz und die Weitergabe von Bildern und Videos, die grausame Gewalttätigkeiten gegen Menschen oder Tiere eindringlich darstellen und dabei die elementare Würde des Menschen in schwerer Weise verletzen, sind verboten.» Nicht alle, aber viele Inhalte der Videos verletzten dieses Recht offensichtlich.

Gegenüber «Prime News» lässt die Kantonspolizei verlauten, dass man keine eigene Monitoring­stelle habe, um Gewalt­videos im Internet zu beobachten. Die Opfer sollen sich jedoch bei der Polizei melden.

bwi