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Geldblog: Freiwillige PK-EinzahlungenWohin mit dem Bonus?

Steuern sparen und die Altersvorsorge stärken: Wer Bonuszahlungen in die Pensionskasse einzahlt, profitiert gleich doppelt.

Amortisieren, anlegen oder vorsorgen? Bei grösseren Bonuszahlungen sollte man sich hinsichtlich der Investition beraten lassen.
Amortisieren, anlegen oder vorsorgen? Bei grösseren Bonuszahlungen sollte man sich hinsichtlich der Investition beraten lassen.
Illustration: Christina Baeriswyl

Ich werde in diesem Jahr zu meinem regulären Einkommen eine einmalige zusätzliche Bonuszahlung von 250000 Franken erhalten. Somit überlege ich mir, ob ich davon 200000 in meine PK einzahlen soll, um die Steuerbelastung zu brechen. Meinen Berechnungen zufolge sollte ich damit circa 78000 Franken Steuern sparen. Oder soll ich den Betrag für die nächsten zehn Jahre breit in Index-Fonds anlegen oder unsere Hypothek reduzieren? Leserfrage von R.T.

Wenn Sie die Viertelmillion Franken, die Sie als Bonus bekommen, breit diversifiziert in verschiedene kostengünstige Indexfonds, die wie von Ihnen angedacht an den Schweizer Markt, global an den MSCI Word,
den amerikanischen S&P 500-Index und einen Emerging Market-Index gekoppelt sind, haben Sie eine gute Chance, das Kapital zu vermehren. Auf diesen Aktienanlagen tragen Sie allerdings ein erhebliches Anlagerisiko.

Da Sie von einem Anlagehorizont von mindestens zehn Jahren ausgehen, würden sich die mit den Aktien verbundenen Kursschwankungen deutlich relativieren. Dennoch haben Sie keine Garantie, dass sich Ihre Anlage wirklich so entwickelt wie Sie sich das wünschen. Gerade in unsicheren Zeiten wie wir Sie angesichts der Coronakrise derzeit erleben, ist auch an den Finanzmärkten mit überraschenden Entwicklungen zu rechnen.

Mit einer Teilamortisation Ihrer Hypothek könnten Sie das Geld immerhin in Sicherheit bringen und müssten der Bank weniger Zins abliefern. Allerdings sind die Zinsen insbesondere für Saron-Geldmarkthypotheken extrem günstig und dürften wohl noch länger tief bleiben, sodass die Zinsersparnis nicht gleich viel ausmacht wie in einer Hochzinsphase. Renovationen an Ihrer Liegenschaft sind derzeit nicht nötig, womit auch diese steuerlich attraktive Nutzungsvariante wegfällt.

Lassen Sie sich im Zuge der Entscheidungsfindung bei Ihrer Bank oder Versicherung eine Vorsorge- und Pensionsplanung erstellen.

Vorziehen würde ich gegenüber einer Teilamortisation und einer Anlage in Indexfonds in Ihrem Fall ganz klar die freiwillige Einzahlung in Ihre Pensionskasse, zumal Sie tatsächlich über eine Lücke verfügen und solche freiwillige Einzahlungen möglich sind. Dank einer freiwilligen Einzahlung in die Pensionskasse können Sie einerseits deutlich Steuern sparen und anderseits Ihre Altersvorsorge verbessern. Letzteres ist mindestens so wichtig wie die Steuerersparnis. Gemäss Ihrer Berechnung würden Sie mit der Einzahlung immerhin fast 80’000 Franken an Steuern sparen. Das ist ein gutes Geschäft.

Wichtig bei einer freiwilligen Einzahlung in die Pensionskasse ist allerdings die Frage, wie robust die eigene Kasse dasteht. Bei Ihrer Kasse handelt es sich um die Vorsorgeeinrichtung des weltweit tätigen Versicherungskonzerns Axa. Hier habe ich keine Bedenken. Die Vorsorgestiftungen der Axa sind umsichtig geführt und verfügen selbst nach dem Coronacrash über einen soliden Deckungsgrad. Da Sie bereits über 50 sind und Ihre Frau auch bald dieses Alter erreicht, würde ich mir im Zuge der Entscheidungsfindung bei Ihrer Bank oder Versicherung eine Vorsorge- und Pensionsplanung erstellen lassen.

Hier werden alle Vermögens-, Vorsorge- und Steueraspekte anhand Ihrer konkreten Daten im Detail analysiert und Ihnen die Optionen für Sie und Ihre Frau im Hinblick auf Ihre Pension aufgezeigt. Aus meiner Sicht lohnt sich dies. Allerdings gehe ich davon aus, dass in Ihrem Fall auch diese Analyse zum Schluss kommt, dass eine freiwillige Einzahlung in die Pensionskasse vorteilhaft ist. Bei dieser Variante hält sich Ihr Anlagerisiko in engen Grenzen, Sie verbessern Ihre Vorsorgesituation deutlich und Sie zahlen zusätzlich massiv weniger Steuern, womit diese Variante gegenüber den Varianten Teilamortisation und Anlage in Indexfonds klar Pluspunkte aufweist.

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15 Kommentare
    Renato Rosco

    Nachteil PK: bei langem Anlagehorizont viel zu tiefe Zinsen, aktuell 1%. In 10 Jahren hat er also statt 250 275 (vereinfacht ohne Zinseszins, real etwas mehr). Auf dem zahlt er dann Kapitalbezugs-Zinsen - z.B. 10% ? - und ist faktisch wieder gleich weit.

    Je nach Steuersatz kann es besser sein: einmal die 250 versteuern, 30%. Bleiben 175. Die dann zu eher 3-4% 10 Jahre liegen lassen. Ertrag steuerfrei.

    Konkret: selber rechnen. Ertragschance aber privat immer besser, als in PK, v.a. bei langem Horizont und Risikofähigkeit.