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Gewalt gegen Frauen in der arabischen WeltWo Vergewaltiger milde davonkommen

Nach dem Mord an einer 19-Jährigen gingen Frauen in Algier auf die Strasse, um auf sie und weitere Gewaltopfer aufmerksam zu machen.
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Mutter wendet sich an Staatschef

Mord an einem Elfjährigen

19 Kommentare
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    Yolanda Hecht

    Religion und Gesellschaft existieren nie unabhängig voneinander. Religiöse Bücher spiegeln Gesellschaften in der Zeit ihrer Entstehung wider. Dazu kommt, dass sie, entsprechend aktueller, gesellschaftlicher Realitäten oder Idealvorstellungen interpretiert werden können.

    Keine Frage, in den Maghreb-Staaten haben Frauen keine gleichberechtigte Stellung. Eine Vergewaltigung wird mehrheitlich als Schuld der Frau und Schande für die Familie gesehen. Die Frau hat sich weder zu wehren, noch selbstbestimmt zu leben, sonst riskiert sie den Tod.

    In Indien spielen sich aber ähnliche Dramen ab. In Lateinamerika ist das Schicksal von Frauen auch nicht besser. Mit Blick auf die Schweiz kann man auch nur leer schlucken. Eine Vergewaltigung liegt laut Strafgesetzbuch vor, wenn eine Frau durch Drohungen, Gewalt, psychischen Druck oder widerstandsunfähig gemacht, zum Sex gezwungen wird. Handelt der Täter ohne Einwilligung und setzt sich über ein ausdrückliches Nein des Opfers hinweg, kann die Tat weder als Vergewaltigung noch als sexuelle Nötigung bestraft werden. Männer können übrigens überhaupt nicht vergewaltigt werden. Schätzungen gehen davon aus, dass rund 90% der Sexualstraftäter ungestraft bleiben.

    Zum Thema Vergewaltigung und anschliessende Heirat kann man alternativ zum Koran auch Kleist's Marquise von O. lesen.

    Wenn im Maghreb der Islam schuld ist, muss folgerichtig in Indien der Hinduismus, in Lateinamerika, der Schweiz, bei Kleist das Christentum schuld sein.