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Vorwurf der Prüfungs-SchummeleiWo ist Trumps angeblicher Ghostwriter?

Der Präsident soll jemanden bezahlt haben, die Uni-Aufnahmeprüfung für ihn zu schreiben. In den sozialen Medien hat nun die Suche nach dem mysteriösen Unbekannten begonnen.

Dementiert die Vorwürfe seiner Nichte, er habe bei seiner Aufnahmeprüfung an die renommierte Wharton School geschummelt: US-Präsident Donald Trump.
Dementiert die Vorwürfe seiner Nichte, er habe bei seiner Aufnahmeprüfung an die renommierte Wharton School geschummelt: US-Präsident Donald Trump.
Foto: Chip Somodevilla (Getty Images) 

US-Präsident Donald Trump soll bei seiner Aufnahmeprüfung für die renommierte Wharton School in Philadelphia, die wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der University of Pennsylvania, geschummelt haben. Das behauptet seine Nichte Mary L. Trump in einem noch unveröffentlichten und bereits hitzig diskutierten Buch über ihren Onkel.

«Er machte sich Sorgen, dass ihm seine Durchschnittsnote, welche weit von den besten in seiner Klasse entfernt lag, bei seinen Bemühungen um eine Aufnahme einen Strich durch die Rechnung machen könnte», schreibt Trumps Nichte in ihrem Buch, welches verschiedenen US-Medien bereits vorliegt. Deshalb habe er einen gewissen Joe Shapiro, «einen schlauen Junge mit dem Ruf, ein guter Prüfling zu sein», gefragt, ob dieser für ihn den Test schreiben könnte. «Das war in den Tagen vor der Einführung von Fotoausweisen und elektronischen Akten viel einfacher zu bewerkstelligen», schrieb Trumps Nichte. «Donald, dem es nie an Geld mangelte, bezahlte seinen Kumpel gut.»

Das Weisse Haus bestritt in einem Statement die Vorwürfe von Trumps Nichte vehement, bezeichnete sie als «absurd» und «vollkommen falsch». Im Internet hat die Suche nach Trumps Ghostwriter jedoch bereits begonnen. Unter dem Hashtag #satguy suchen Twitter-Nutzer nun nach dem mysteriösen Unbekannten, welcher Trump an die renommierte Uni verholfen haben soll. «Zeige dich #satguy» und «#satguy, wo bist du?», schreiben einige im Kurznachrichtendienst.

Andere wollen Trumps Gehilfe mit finanziellen Mitteln aus der Reserve locken: «10k (10’000 US-Dollar, Anm. d. Redaktion) für den Jungen, welcher Trumps SATs (Scholastic Assessment Test, Anm. d. Redaktion) geschrieben hat», twitterte der ehemalige Sprecher des Weissen Hauses unter Bill Clinton und jetzige CNN-Politikanalytiker Joe Lockhart, offenbar in der Absicht eines Spendenaufrufs.

Inzwischen haben diverse Twitter-Nutzer angekündigt, etwas zum bislang imaginären Spendentopf für den mysteriösen Unbekannten beizutragen. Eine gleichlautende Kampagne auf der Spendenwebsite Go Fund Me brachte bis jetzt allerdings nur 10 Dollar zusammen.

Ein Joe Shapiro verstarb bereits vor 21 Jahren

Wie viel an den Vorwürfen von Trumps Nichte dran ist, bleibt unklar. Gemäss Medienberichten soll der US-Präsident tatsächlich mit einem Joe Shapiro die University of Pennsylvania besucht haben. Dieser Joe Shapiro sei jedoch bereits vor gut 21 Jahren gestorben. Ausserdem hätten sich die beiden erst beim Studium, also nach bereits bestandenem Aufnahmetest, kennen gelernt.

Trumps mentale und physische Gesundheit war in der Vergangenheit immer wieder Grund für Diskussionen, seine Eignung als Präsident deshalb infrage gestellt worden. Ein Arzt hatte dem heute 74-jährigen Trump vor seinem Amtsantritt im Jahr 2015 eine «erstaunlich exzellente» Gesundheit attestiert. «Falls Mr. Trump zum Präsidenten gewählt wird, wäre er der gesündeste Mensch, der je in das Präsidentenamt gewählt wurde.» Der Arzt behauptete drei Jahre später jedoch, dass Trump ihm das Attest Wort für Wort diktiert hatte.

Trump bezeichnete sich in der Vergangenheit wiederholt als «stabiles Genie» und «erstklassigen Schüler», weigerte sich jedoch, seine Schulnoten öffentlich zu machen. Vor einem Jahr sagte sein ehemaliger Rechtsanwalt Michael Cohen vor dem Kongress in Washington aus, dass Trump ihm aufgetragen habe, sämtlichen Schulen, die er besucht hatte, mit rechtlichen Konsequenzen zu drohen, sollten sie jemals Trumps Zeugnisse veröffentlichen.

sho

15 Kommentare
    Remo Aere

    Die absolute Überraschung wäre wenn er die Arbeit selber geschrieben hätte