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Deutschland setzt die Messlatte für alle Favoriten

Wie zuletzt 2002 (8:0 gegen Saudiarabien) ist Deutschland mit einem Kantersieg in die WM gestartet.

Mit seinem 1:0 brachte Lukas Podolski die Deutschen gegen Australien früh auf Kurs.
Mit seinem 1:0 brachte Lukas Podolski die Deutschen gegen Australien früh auf Kurs.
Reuters
Australiens Torhüter Mark Schwarzer kommt mit den Fingern noch an den Ball, kann den Schuss von Podolski aber nicht abwehren.
Australiens Torhüter Mark Schwarzer kommt mit den Fingern noch an den Ball, kann den Schuss von Podolski aber nicht abwehren.
Reuters
Cacau erzielte bereits mit seinem zweiten Ballkontakt das 4:0.
Cacau erzielte bereits mit seinem zweiten Ballkontakt das 4:0.
Reuters
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In Durban zeigte das Team im 50. Länderspiel unter Joachim Löw gegen Australien eine beeindruckende Leistung und gewann völlig ungefährdet 4:0.

Deutschlands jüngstes WM-Team seit 1934 (!) erarbeitete sich vor allem über die Flügelpositionen einen klaren Vorteil. Lukas Podolski und Bayern Münchens Shooting Star Thomas Müller (mit dem Basler Scott Chipperfield als überforderten Gegenspieler) sorgten unterstützt vom starken Mesut Özil mit schnellen Passfolgen und Flanken fast permanent für Gefahr. Die Kombination mit dem etwas überraschend in die Startformation gekommenen WM-Debütanten Müller als letztem Passgeber und Podolski als Torschützen führte schon nach acht Minuten zum fälligen 1:0.

Deutschlands bemerkenswert stilsicherer erster Auftritt in Südafrika zeigte auf, dass das Team von Jogi Löw bei seiner 17. WM- Teilnahme (mindestens) zum erweiterten Favoritenkreis gezählt werden muss. Ob das defensiv eingestellte Australien den Deutschen, die den bislang besten Eindruck aller Titelkandidaten hinterlassen haben, ein Gradmesser war, sei dahingestellt. Im Gegensatz zu anderen grossen Nationen zog die DFB-Mannschaft aber ihre Taktik konsequent durch, bewies sich als ballsicher und offensiv sehr kreativ. Sobald sie die Mittellinie überquerten, erhöhten die Deutschen sofort das Tempo und überforderten die etwas hüftsteife Abwehr der Australier in regelmässigen Abständen.

Sorgenkinder als Torschützen

Für zufriedene Gesichter im deutschen Team sorgten mit Podolski und Miroslav Klose zwei Stürmer, die an der WM 2006 gross aufgetrumpft hatten, in der letzten Saison mit ihren Klubs schwierige Zeiten erlebten - und die Kritik an ihrer WM-Selektion sogleich eindrücklich widerlegten. Podolski hat nach 74 Länderspielen gleich viele Tore wie in der Bundesliga (39 in 149 Partien) auf dem Konto. Kloses 2:0 per Kopfball war das elfte WM-Tor des sprichwörtlichen Edeljokers von Bayern München. Damit schloss Klose, der sechs dieser elf Treffer im jeweils ersten WM-Einsatz Deutschlands erzielt hat, in der nationalen Endrunden-Bilanz zum zweitklassierten Jürgen Klinsmann auf. Besser ist nur noch Gerd Müller (14).

Trainer Löw hat es offensichtlich geschafft, sein neben Podolski zweites Sorgenkind - 77 Prozent hatten sich in einer ZDF-Umfrage gegen die Nominierung des WM-Torschützenkönigs von 2006 ausgesprochen - mit den richtigen Mitteln für das Grossturnier aufzubauen. Drei Saisontore in 25 Bundesliga-Einsätzen wären eigentlich kein WM-Aufgebot wert gewesen für einen Spieler, der in der Stürmerhierarchie bei Bayern München immer weiter nach hinten durchgereicht worden ist.

Chipperfield hatte einen schweren Stand

Doch nicht nur die Arrivierten trafen für Deutschland, sondern auch die «Newcomer»: Der noch nicht 20-jährige Thomas Müller erhöhte in der 68. Minute nach feinem Dribbling (Chipperfield grätschte im Strafraum ins Leere) mit seinem ersten Tor im dritten Spiel für Deutschland auf 3:0, der Stuttgarter Cacau(29) machte zwei Minuten nach seiner Einwechslung (70.) das australische Debakel komplett.

Die einzige heikle Szene hatte Deutschland im 50. Länderspiel (und 35. Sieg) unter Trainer Löw gleich zu Beginn der Partie zu überstehen. Nach dem ersten Corner des Gegners in der dritten Minute kam Richard Garcia aus kurzer Distanz zum Abschluss, sein Schuss wurde aber abgeblockt. Ansonsten kamen die «Socceroos», deren primäres Ziel es war, kompakt zu stehen und auf Konter zu lauern, kaum zu offensiven Aktionen. Die ohnehin zaghaften Bemühungen machte der einzige nominelle Stürmer Tim Cahill zunichte, dessen Foul vom Referee etwas gar hart mit einem Platzverweis (56.) bestraft wurde.

si

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