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Desolater Auftritt Englands gegen Algerien

Die «Three Lions» spielten auch bei ihrem zweiten WM-Einsatz nur Unentschieden. Vor dem letzten Vorrundenspiel gegen Slowenien stehen die Engländer stark unter Druck.

Das Duell zwischen England und Algerien endet nach viel Krampf mit einem gerechten 0:0.
Das Duell zwischen England und Algerien endet nach viel Krampf mit einem gerechten 0:0.
Keystone
Kompromisslos stoppt Riad Boudebouz Englands Sturmtank Emile Heskey.
Kompromisslos stoppt Riad Boudebouz Englands Sturmtank Emile Heskey.
Keystone
Fabio Capello verschafft seinem Unmut Luft.
Fabio Capello verschafft seinem Unmut Luft.
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Diesmal gibt es keinen Sündenbock für die englischen Punktverluste, zumindest keinen einzelnen. Gegen die USA lenkte der schwere Patzer von Goalie Robert Green von der spielerischen Armut der hochgehandelten Engländer ab. Der Keeper von West Ham lief gestern in Kapstadt gar nicht auf. Anstelle von Green kam der 39- jährige David James zum Einsatz. Der Oldie, dessen erster Profieinsatz schon über 20 Jahre zurückliegt, erhielt einst den Übernamen «Calamity James». Katastrophen blieben diesmal auf der englischen Torlinie aber aus.

Ins Zentrum der Kritik werden diesmal die Offensivspieler rücken. Frank Lampard und Steven Gerrard waren nicht die erhofften Impulsgeber, und an vorderster Front kämpften Emile Heskey und Wayne Rooney unglücklich. Vor allem Rooney erreicht bisher in Südafrika nicht die Leistungen, die er während der gesamten Saison im Trikot von Manchester United gezeigte hatte. Der Premier-League-Spieler des Jahres schoss für ManU 34 Treffer, im Nationalteam ist er seit September und insgesamt sechs Partien ohne Torerfolg.

Arbeit für Capello

Gefährliche Szenen vor dem algerischen Tor waren weitaus seltener, als sich dies die englischen Fans erhofft hatten. Algeriens Goalie Rais M'Bolhi, der wie James seine Nomination einem Fehler seines internen Konkurrenten im Startspiel verdankte, verhinderte in der 33. Minute mit einer starken Parade gegen Frank Lampard den englischen Führungstreffer und blieb auch in der Folge nahezu fehlerlos, etwa beim Kopfball von Steven Gerrard (71.). Viel mehr hatte England nicht zu bieten.

Weil auch Algerien im Vorwärtsgang bescheiden auftrat, sahen die 64 100 Zuschauer ein Spiel, das am Ende fast nur von der Spannung lebte. Die Nordafrikaner traten nur 45 Minuten unter der Regie des starken Bundesliga-Legionärs Karim Ziani frech auf, danach zogen sie sich immer weiter zurück und konzentrierten sich darauf, kein Gegentor zu erhalten. Vom starken Pressing und den variablen Angriffen war nach dem Seitenwechsel fast nichts mehr zu sehen. Eine veritable Torchance erspielten sich die Algerier nicht, auch weil die letzte Konsequenz im gegnerischen Strafraum fehlte.

Nach zwei Runden in der Gruppe C steht der Favorit England mit lediglich zwei Punkten da. Der Weltmeister von 1966 benötigt damit zum Abschluss der Vorrunde gegen Slowenien einen Sieg, um sich für die Achtelfinals zu qualifizieren. Nationalcoach Fabio Capello, der gestern seinen 64. Geburtstag feierte, wird bis am Mittwoch nicht nur seine Offensivabteilung auf Vordermann bringen müssen, sondern auch die Innenverteidigung erneut umstellen. Nach den verletzungsbedingten Ausfällen von Rio Ferdinand und Ledley King fehlt gegen Slowenien auch der gelbgesperrte Jamie Carragher.

si

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