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Wie stark sind die Südafrikaner?

Um 16 Uhr geht es endlich los: Im Soccer-City-Stadion in Johannesburg beginnt mit Südafrika - Mexiko die 19. Fussball-WM, die erste auf afrikanischem Boden. Redaktion Tamediaberichtet live.

Ein Nation wartet auf den WM-Start: In Südafrika sind die Erwartungen an die eigene Mannschaft sehr hoch.
Ein Nation wartet auf den WM-Start: In Südafrika sind die Erwartungen an die eigene Mannschaft sehr hoch.
Keystone

Uruguay - Frankreich (20.30 Uhr) heisst in Kapstadt die zweite Partie des ersten WM-Tages. Der Heimvorteil hat bisher noch jedem Gastgeber geholfen. Auf diesen Fakt vertrauen auch die Südafrikaner, die in den letzten beiden Jahren mit bescheidenen Leistungen Zweifel aufkommen liessen, ob es denn reicht, wenigstens die Vorrunde zu überstehen. Noch nie in den 18 Turnieren zuvor ist das organisierende Land in den Gruppenspielen gescheitert.

Für Südafrika sprechen zudem weitere Statistiken: In den bisher zwei Eröffnungsspielen mit afrikanischer Beteiligung setzte sich jeweils das Team vom Schwarzen Kontinent durch. 1990 gewann Kamerun gegen Argentinien, 2002 siegte der Senegal gegen Frankreich. Und im einzigen Wettbewerbsspiel gegen den heutigen Startgegner Mexiko hiess der Sieger Südafrika. 2005 resultierte im Rahmen des Gold-Cup ein 2:1 in Los Angeles.

Der Druck auf die Spieler

«Unser Land hat Millionen dafür ausgegeben, dass die WM in Südafrika stattfindet. Wir Spieler haben deshalb die Pflicht, den Leuten etwas zurückzugeben, indem wir in die zweite Runde einziehen», sagt Katlego Mphela, Stürmer der Bafana Bafana. Sechs Mal schon hat das austragende Land gar den WM-Titel geholt, zuletzt 1998 die Franzosen. Diese Vorgabe scheint für Südafrika unrealistisch. Aber schliesslich befindet sich unweit der Südspitze des Landes das «Kap der Guten Hoffnung», und der Gastgeber weiss überdies einen ganz besonderen 12. Mann in seinem Rücken: den ohrenbetäubenden Lärm der Vuvuzelas, mit denen die unermüdlichen Fans ihre Gegner einschüchtern.

Aber wie stark sind die Südafrikaner wirklich? In der Weltrangliste stehen sie auf Position 83 (nur Nordkorea ist noch schlechter eingestuft). Doch seit November blieben sie in 12 Testspielen ungeschlagen (gegen allerdings mehrheitlich schwächere Gegner), und immerhin kamen sie dabei zu Siegen gegen Dänemark oder Kolumbien. Trainer Carlos Alberto Parreira, 1994 mit seinem Heimatland Brasilien Weltmeister geworden, spricht indes wohlweislich nur von einem einzigen Ziel: «Wir wollen die Vorrunde überstehen.»

Die Rolle der Mexikaner

Gegner Mexiko kommt die Rolle der «Spass-Bremse» zu. An den letzten vier WM-Endrunden überstand Mexiko die Gruppenspiele immer, doch dann war stets Endstation. Viermal in Serie schieden die Mexikaner in den Achtelfinals aus. Doch der Sieg letzte Woche im Testspiel gegen Italien steigerte die Euphorie im eigenen Land: 50 Prozent der Mexikaner glauben laut einer Umfrage, dass es ihre Mannschaft diesmal in die Viertelfinals schafft.

Im Duell zwischen Uruguay und Frankreich stehen sich zwei der erst sieben Nationen gegenüber, die zumindest einen WM-Titel errungen haben. Gruppenfavorit Frankreich ist so etwas wie die Wundertüte im internationalen Fussball. In den letzten Jahren gab es nur Top oder Flop. Nach den Triumphen bei der Heim-WM 1998 und an der Euro 2000 folgte 2002 an der WM in Südkorea/Japan ein schmähliches Out in der Vorrunde. Vier Jahre später stand die Equipe wieder im Final der WM in Deutschland, ehe 2008 an der EM in der Schweiz und Österreich mit einem weiteren Vorrunden-Out der nächste Dämpfer Tatsache wurde.

Die vielen Probleme der Franzosen

Zuletzt spielten die Franzosen in Tests gegen Tunesien 1:1 und bezogen gegen China eine 0:1-Niederlage, was die Stimmung auf den Nullpunkt sinken liess. Das Verhältnis der französischen Medien zur Mannschaft ist schwer belastet. Kritisiert wurde die südafrikanische Fünf-Sterne-Herberge der französischen Delegation und die Grüppchen-Bildung im WM-Kader, der ungeliebte Trainer Raymond Domenech ist ohnehin ein Dauer-Thema. In einer solchen Situation helfen nur positive Resultate.

Uruguay gibt sich selbstbewusst. Trainer Oscar Tabarez gab bereits am Mittwoch seine Start-Formation für das Spiel gegen Frankreich bekannt. Besonders prominent besetzt ist beim Weltmeister der Jahre 1930 und 1950, der in seinen letzten 16 WM-Endrunden-Partien keinen einzigen Sieg mehr errang, der Sturm mit Diego Forlan von Atletico Madrid und Luis Suarez von Ajax Amsterdam. Sie nähren Uruguays Hoffnung, dass die Partie nicht so zu Ende geht wie die beiden letzten: 0:0 trennten sich die beiden Teams an der WM 2002 in Busan in Südkorea, wo beide Teams nach den Gruppenspielen ihre Koffer packen mussten, und ein 0:0 gab es auch vor zwei Jahren in einem Freundschafts-Länderspiel.

si/fal

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