Müllers offene Rechnung mit Maradona

Der argentinische Nationaltrainer hatte den deutschen Shooting Star vor drei Monaten erniedrigt.

Video: Youtube.

Thomas Müller und Diego Armando Maradona haben sich vor gut drei Monaten kennengelernt, wenn man es so nennen will. Nach dem Länderspiel zwischen Deutschland und Argentinien in München, das Maradonas Team 1:0 gewonnen hatte, sass der Bayern-Spieler nach seinem Debüt im Nationalteam mit dem argentinischen Trainer auf dem Podium der Pressekonferenz. Offensichtlich passte es dem ehemals besten Fussballer der Welt nicht, dass er die Aufmerksamkeit mit einem Spieler teilen musste. Er empfand dies als Affront und polterte: «Das ist nicht normal.» Maradona verliess die Bühne. Erst als auch der sichtlich irritierte Müller gegangen war, kehrte der exzentrische Trainer zurück, um die Pressekonferenz fortzusetzen. «Normal ist es üblich, dass hier Trainer sitzen und nicht Spieler. Ich habe ihn nicht gekannt», sagte Maradona und erklärte, dass im der Vorfall leid tue. Wenn sich Maradona und der 20-jährige Deutsche heute im WM-Viertelfinal wieder begegnen, dürfte Maradona sehr genau wissen, mit wem er es zu tun hat. Müller ist der Shooting Star der WM und hat bereits drei Tore, zwei davon im Achtelfinal gegen England, erzielt und drei weitere Treffer vorbereitet.

«Wenn's nach mir geht, können wir ruhig in den Infight gehen»

«Dieser Junge ist verdammt schnell und hat viele Freiheiten. Wenn wir einen Marathon laufen müssten, würde Deutschland dank Müller gewinnen», sagte Maradona vor dem heutigen Wiedersehen. «Aber im Fussball geht es ja nicht nur ums Laufen. Mit dem Ball am Fuss sind wir besser.»

Auf die erste Begegnung mit dem «Fussball-Gott» angesprochen, sagte Müller: «Darüber können wir am Samstag nach dem Spiel noch mal reden.» Vergessen hat er den erniedrigenden Vorfall bestimmt nicht.

Thomas Müller gibt sich vor dem heissen Viertelfinal-Duell locker. Und wenn es wie vor vier Jahren nach Abpfiff wieder zu einer Keilerei kommt, ist der Bayern-Angreifer bereit: «Wenn's nach mir geht, können wir ruhig in den Infight gehen - wenn wir wieder gewonnen haben.»

baz.ch/Newsnet

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