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Wie gross ist das Restrisiko?

Der Bundesrat hat den Atomausstieg beschlossen. Manche sagen, er hätte vorschnell gehandelt. Mit Fukushima hat sich aber unsere Einschätzung des Risikos tatsächlich verändert.

1979: Das Atomkraftwerk Three Mile Island, Harrisburg, USA. Nach Ausfall der Kühlung fand eine Kernschmelze statt. Das Ablassen radioaktiven Dampfes verhinderte die Explosion.
1979: Das Atomkraftwerk Three Mile Island, Harrisburg, USA. Nach Ausfall der Kühlung fand eine Kernschmelze statt. Das Ablassen radioaktiven Dampfes verhinderte die Explosion.
Keystone

Das Restrisiko ist ein verniedlichendes Wort für die Wahrscheinlichkeit, dass trotz der Sicherheitssysteme etwas passiert. Man könnte dazu auch einfach Risiko sagen. Die Wahrscheinlichkeit, dass in den anderen Atomkraftwerken der Welt ein Unglück eintritt, ist durch Fukushima natürlich nicht grösser geworden. Aber unser Wissen über das Risiko ist grösser geworden. Und dieses neue Wissen besagt, dass die Wahrscheinlichkeit, dass etwas passiert, grösser ist, als uns zuvor erzählt wurde. Bereits in den 1970er-Jahren gab es Studien, die voraussagten, dass es alle 10'000 Betriebsjahre eine totale Kernschmelze geben könne. Bei einem solchen Unfall schmelzen die meisten der Brennstäbe in einem Reaktor und fressen sich im schlimmsten Fall durch die Reaktorhüllen («Super-Gau»). Wie wir in Fukushima sahen, vollzieht sich eine Kernschmelze automatisch, sobald aus irgendeinem Grund die Kühlung versagt.

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